Staßfurt (chj) l Es war insbesondere im ersten Durchgang nicht das Gelbe vom Ei, was die Handballerinnen des HC Salzland 06 gegen den HSV Minden-Nord zeigten. Am Ende stand jedoch ein 30:24 (15:13)-Heimsieg zu Buche, durch den die "Wildgänse" den vierten Rang in der 3. Liga Ost festigten.

Man merkte den Gästen an, dass es um den letzten Hauch einer Chance auf den Klassenerhalt ging. Sie traten energisch auf, während der HCS noch mit sich selbst beschäftigt war und viele Fehler in der Vorwärtsbewegung produzierte.

"Der Gegner trat nicht wie ein Absteiger auf", befand Keeperin Annika Lorf. "Es war auch für uns Torhüter ein komisches Spiel, insgesamt sehr zerfahren", sagte sie. Nachdem sie sechs Wochen verletzt ausfiel, bekam sie ihre Chance bei Siebenmetern und nutzte diese auch. Dreimal blieb sie dabei Sieger und bekam in der Folge mehr Anteile. "Ich freue mich über jede Minute, die ich spielen kann, denn ich höre nach dieser Saison auf", sagte die 26-Jährige. Private Gründe und mehr Freizeit seien die Gründe für diese Entscheidung.

Doch noch ist sie voll dabei und lieferte zusammen mit Josephine Klauß eine gute Leistung ab. Der Rückhalt war wichtig, denn das Schiedsrichtergespann Susann Kruska/Sarah Lange hatte seinen Anteil daran, dass keine spielerische Ruhe aufkam. "Fast jede Abwehraktion wurde geahndet", beobachtete Salzlands Trainer René Linkohr. Daraufhin setzte eine gewisse "Trotzigkeit" ein, wodurch die recht offensive 6-0-Deckung löchrig wirkte. "Wir haben dem Gegner erlaubt, den Kreis in Szene zu setzen oder er hat die Lücke gefunden und kam zum Abschluss", erklärte der Trainer. Zehn Minuten vor der Pause ließ Linkohr defensiver agieren und nur noch punktuell heraustreten, was sich bewährte. "Hätten wir immer so gespielt, würden wir nicht in der Tabelle unten drin stehen", sagte Jörg Schröder, Geschäftsführer des HSV Minden Nord, in der Halbzeit.

Nach dieser rissen allerdings die "Wildgänse" das Zepter zunehmend an sich und fuhren am Ende einen ungefährdeten Sieg ein. "Die Höhe war durchaus okay", sagte der Trainer, der genau wie seine Mannschaft froh ist, über Ostern abschalten zu können.

HC Salzland 06: Lorf, Klauß - Schwarz (5), Beck (1), Rosiak (4), Schmitz (8/6), Retting (1), Geipel, Jäger (6), Farken, Knappe (1), Sachse (4), Göpel, Schüler

HSV Minden-Nord: Niemann, Kaiser - Schuck (3), Liebsch, Huch (5), Benecke (1), Woebking (6/2), Knicker (4), R. Rodehau (1), Viering (4), Schwier, J. Rodehau

Siebenmeter: HCS 7/6 - HSV 5/2; Zeitstrafen: HCS 6 - HSV 6; Rot: Thea Schwarz (3x2 Minuten, 58., HCS), Joana Rodehau (3x2 Minuten, 46., HSV)