Mit einem Lächeln stand Oliver Jacobi nach dem Spiel vor der Halle und gönnte sich eine Pause, die er sich wohlverdient hatte. Zuvor war der Kreisläufer des HV Staßfurt zum Matchwinner gegen die HSG GoGo Hornets avanciert. Mit dem letzten Treffer setzte er sich zum 33:32 (17:12)-Sieg in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga quasi selbst die Krone auf.

Staßfurt l Eine Halbzeit lang hatte Uwe Mäuer wenig auszusetzen am Auftritt seiner Schützlinge, denn sie verschoben in der Abwehr gut, schlossen die Lücken zumeist rechtzeitig und zwangen die Gäste somit zu schwierigen Würfen. Frühes Hinaustreten auf den Rückraum sowie ein stabiler Innenblock zwangen die Hornets zu zehn Fehlwürfen und sechs Ballverlusten in den ersten 30 Minuten. Zudem fand Keeper Patrick Tuchen schnell in die Partie, er parierte zusätzlich elf Versuche, darunter zwei Siebenmeter. Die Hornets schlossen also 27 Angriffe nicht ab und hielten zumeist über Einzelaktionen durch Bence Stab auf Rückraummitte dagegen, sodass zur Pause ein Fünf-Tore-Rückstand zu Buche stand.

Nach dem Wechsel gab es zwar kurzzeitig Szenenapplaus von Mäuer, als Nils Hähnel mit einem Pass hinter dem Rücken Eike Rach in Szene setzte, der zum 18:12 erhöhte, doch in der Folge verfinsterte sich die Miene des Trainers zusehends. Kein Hinaustreten auf den Rückraum, kein Unterbinden der Spielzüge, kein Festmachen - die Hornets verkürzten kontinuierlich. "Wir haben zu viele einfache Tore über die Mitte kassiert", haderte Mäuer. "Ich weiß auch nicht genau, woran es lag. Eine Kraftfrage war es jedenfalls nicht, ich habe in der Abwehr gewechselt. Wir haben es vom Kopf her einfach nicht hinbekommen." Die Gäste glichen zum 21:21 (42.) erstmals aus und erzielten nur kurze Zeit später durch Stab ihre erste Führung durch die zweite Welle (26:25, 49.).

In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die Defensive sah vor allem gegen Stab nicht gut aus und lief zwischenzeitlich sogar Gefahr, einen höheren Rückstand zu kassieren. Doch auch hier setzte Jacobi Zeichen, als ihm beispielsweise beinahe ein Ballgewinn gelungen war und er durch frühes Hinaustreten bereits die Auslösehandlung auf der linken HSG-Seite unterbrach.

In der Offensive rettete das gute Spiel über den Kreis den Anschluss, beziehungsweise immer wieder den Ausgleich, als sich Jacobi beispielsweise sehr gut freigelaufen hatte und zwei Treffer in Folge zum 27:27 (50.) beisteuerte. "Der Kreis hat uns die Punkte gesichert", schätzte auch Mäuer ein.

Und am Ende half auch ein wenig Glück mit, als beispielsweise der Versuch von Stab von rechtsaußen abgepfiffen wurde, weil er im Kreis gestanden haben soll. Es wäre die 33:32-Führung für die Hornets gewesen (59.). "Im Saisonverlauf gleich sich das aus. Wir hatten oft genug Pech mit Entscheidungen kurz vor dem Ende. Nun hatten wir auch mal das notwendige Glück." Und dann erzielte Jacobi die umjubelte 33:32-Führung vom Kreis.

In der turbulenten Schlussphase kassierte Robert Mennecke die Rote Karte, weil er zwei Sekunden vor dem Ende konsequent das gegnerische Spiel unterbrach. Danach parierte Tuchen den letzten Versuch von Thomas Skowronek von Linksaußen und ließ Mannschaft sowie Fans jubeln. "Wir haben in dieser Saison schon viele Spielen knapp verloren. Das ist ärgerlich, weil wir in der Tabelle viel weiter oben stehen könnten. Wir müssen einfach abgeklärter werden." Oliver Jacobi hat es vorgemacht.

HV Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Ortmann (1), Rindert (6), Fuhrmann, Mennecke (1), Retting (3), Jacobi (9), Ernst, Rach (3), Engelhardt, Hähnel (7/1), Scholz (3/2), Secara

HSG GoGo Hornets: Schneegaß, Winkler - Rahn, Schneider (1), Skowronek (5/2), Stab (8/1), Lämmerhirt (5), Fekete, Kaufmann (7), Moratschke, Mechyr (6)

Siebenmeter: Staßfurt 5/3 - Hornets 5/3; Zeitstrafen: Staßfurt 8 - Hornets 6; Rot: Nils Hähnel (3x2 Minuten, 50:55), Robert Mennecke (59:59 Minuten) -beide Staßfurt-