Gute Arbeit im Innenblock, forcieren der Ballgewinne oder Freilaufen am gegnerischen Kreis: Oliver Jacobi muss für den HV Staßfurt viele Aufgaben erfüllen. Gegen die GoGo Hornets gelang ihm das mit Bravour. Er war beim 33:32-Sieg in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga der Dreh- und Angelpunkt - wenngleich er das selbst ganz anders sieht.

Staßfurt l Mit neun Treffern war Jacobi der erfolgreichste Werfer des HVS, großen Anteil daran hatten allerdings Nils Hähnel, Sebastian Retting oder Tobias Rindert, die ihn gut in Szene setzten. "Die Hornets haben unseren Rückraum sehr früh attackiert. Genau aus diesem Grund gab es viele Freiräume für uns Kreisläufer. Die Anspiele an uns waren lobenswert. Unser Rückraum strahlte Gefahr aus und hatte trotzdem die Übersicht für den Pass." Beispielweise beim 33:32-Siegtreffer von Jacobi, den er ebenfalls vom Kreis erzielte.

Die Deckungsvariante der Gäste war also wie zugeschnitten für den Staßfurter, der seit seinem siebten Lebensjahr Handball spielt. "Je offensiver ein Gegner deckt, desto besser ist es für mich." Der 27-Jährige nutzte seine ungewohnten Freiräume, positionierte sich geschickt am Kreis und erzielte somit wichtige Treffer für die Rot-Weissen, beispielsweise mit einem Doppelschlag zum 26:26 und 27:27 (50.). Zudem schuf er die Lücken für Hähnel, Retting oder Rindert.

Doch nicht nur im Angriff gab der gebürtige Schönebecker eine gute Figur ab, auch in der Abwehr musste er viel ackern, hatte es unter anderem mit dem agilen Bence Stab zu tun, der durch seine schnellen Körpertäuschungen nur schwer zu halten war. Die Kraft für 60 Minuten Arbeit auf beiden Seiten des Spielfeldes schöpft Jacobi aus seiner Freude am Sport, den er seit 20 Jahren ausübt, und durch die Unterstützung seiner Partnerin.

Allerdings war auch er machtlos, als es nach dem Wiederanpfiff gegen Gotha/Goldbach eng wurde und die Staßfurter eine Sechs-Tore-Führung (18:12) verspielten, weil die Defensive nicht mehr so energisch arbeitete wie noch in den ersten 30 Minuten. "Die Hornets sind nicht zu unterschätzen. Mit ihren Möglichkeiten müssten sie im oberen Mittelfeld stehen. Wir hatten in der zweiten Halbzeit zu viele Fehlwürfe, die konsequent durch Konter bestraft wurden. Wir konnten dennoch dagegen halten und haben am Ende verdient gewonnen. Nun müssen wir im Training gemeinsam die Fehler auswerten und bereinigen."

Dabei war die mangelnde Kontinuität gegen die Hornets ein Spiegelbild der Saison. Nachdem in der Sommerpause wichtige Spieler wie Roman Bruchno, Nilas Praest und Björn Oswald die Mannschaft verlassen hatten, "mussten wir einige Umstellungen vornehmen. Dieser Prozess muss noch reifen." Und auch die Trainingsbeteiligung ist nicht immer optimal, da "viele Spieler in Schichten arbeiten. Somit ist es schwierig, Abläufe zu trainieren und umzusetzen."

Trotz dieser Umstände schaut Jacobi mit dem HVS nach vorn. "Wir wollen die letzten Heimspiele erfolgreich bestreiten, um uns somit bei unserem Publikum für die Unterstützung in der Saison zu bedanken." Das klingt mehr nach Abschied als es gemeint ist, denn in der kommenden Saison möchte Jacobi mit den Rot-Weissen erneut angreifen. "Definitiv müssen wir uns in der nächsten Saison steigern, um einen Platz im oberen Mittelfeld halten zu können." Oliver Jacobi wird erneut alles daran setzen.