Staßfurt (bjr) l Auf Straftraining oder verbale Kopfwäschen hat man bei den Landesklasse-Fußballern des SV 09 Staßfurt unter der Woche verzichtet. Wenngleich "wir uns vor allem in der ersten Halbzeit spielerisch nicht berühmt gemacht haben", wie Co-Trainer Axel Quednow bekannte, hatte beim glatten 3:0-Sieg über den TSV Hadmersleben vor einer Woche immerhin das Ergebnis gepasst. Weiterhin kann der SV 09 (6.) vor dem morgigen Heimspiel um 15 Uhr gegen Eintracht Osterwieck (13.) schwere Beine und schlechte Laune nicht gebrauchen. Es gibt aber noch einen dritten entscheidenden Grund, die Teamchemie im Blick zu behalten: Die acht Spiele währende Restsaison in der Landesklasse, Staffel III, steht an der Bode unter Motto "Endspurt in Etappen".

Tabellarisch mag das Geschehen in der Staffel III reichlich festgefahren sein. Nur unverbesserliche Optimisten würden angesichts von derzeit zehn Punkten Rückstand davon ausgehen, dass die 09er noch zum Sturm auf die Medaillenplätze ansetzen. Die alte Einzelhändlerdevise "Darf`s ein bisschen mehr sein?" gilt mit Blick auf den gegenwärtigen Stand der Dinge trotzdem. Quednow stellt klar: "Besser als auf Platz sechs abzuschließen, ist definitiv ein Anreiz."

Dem Auswärtssieg der Vorwoche auch vor eigener Kulisse einen vollen Erfolg folgen zu lassen, wäre ein guter Anfang - zumal nach zuletzt drei sieglosen Spielen in Reihe die Zeit reif ist, um in entgegengesetzter Richtung eine Serie hinzulegen. Einen Selbstläufer erwartet der Co-Trainer jedoch nicht: "Osterwieck ist ein Team, das nicht aufgibt. Wir müssen zeigen, dass wir die Lehren aus dem Hinspiel gezogen haben. Der 4:0-Endstand hört sich deutlich an, doch uns wurde das Leben schwer gemacht."

Tatsächlich dürfte der Gegner morgen hochmotiviert auf dem Edgar-Stein-Spielfeld auflaufen. Bedenkt man, dass die Eintracht in einer Woche Spitzenreiter Ilsenburg empfängt, ist klar, wo sich die Nordharzer am ehesten dringend benötigte Zähler ausrechnen. "Jetzt kommen schwere Spiele auf uns zu", bekannte Trainer Rainer Dube nach dem knappen 1:0-Erfolg der Vorwoche gegen Drohndorf/Mehringen. Gegen den Aufsteiger trat seine Elf - nette Parallele zu den 09ern - spielerisch alles andere als überzeugend auf, fuhr jedoch drei regelrechte "Big Points" ein. "Das war ein ganz, ganz wichtiger Sieg. Jetzt haben wir uns ein bisschen Luft verschafft", so Dube. Ob dabei Fußball-Ästheten auf ihre Kosten kamen, "ist nicht wichtig. Danach kräht kein Hahn."

Eine kritischere Selbstreflexion war dagegen bei den Staßfurtern bereits in der Pause des Gastspiels in Hadmersleben erfolgt. "In der zweiten Halbzeit haben wir die richtige Reaktion gezeigt. Die Vorgabe, schnell zu spielen und zu kombinieren, hat die Mannschaft gut umgesetzt. An diese Leistung gilt es nun nahtlos anzuknüpfen", fordert Quednow.

Wie reibungslos der Übergang funktioniert, hängt natürlich auch vom Personal ab. Der derzeit beste Torschütze in Reihen der 09er, Felix Jesse, ist zwar sperrebedingt noch eine Partie zum Zuschauen gezwungen, doch es gibt gute Neuigkeiten aus der Personalabteilung: "Die Verletzten kehren wieder zurück."

Die Kaderbreite ist auch mit Blick auf die erwähnten Etappenziele vorteilhaft. Um doch noch Boden in der Tabelle gutzumachen, "kommen jetzt mit Osterwieck und Langenstein zwei Gegner, die uns vom Papier her dabei helfen können." Und dann ist im Staßfurter Terminkalender schließlich auch der 1. Mai rot angestrichen. "Mit dem Pokalhalbfinale gegen Askania Bernburg II steht uns noch einmal ein echtes Highlight bevor." An genügend guten Gründen, sich in den verbliebenen Partien zu motivieren, soll es nun wirklich nicht scheitern.

Es fehlen: Felix Jesse (rotgesperrt) - keine Information; SR: Andreas Zepter (Reuden); Hinspiel: 4:0; 2013/14: 4:0, 2:3