Der Nimbus "Merkewitz" bleibt bestehen. Mit dem HSV Marienberg hat der HC Salzland 06 nach Kirchhof und Fritzlar das dritte Topteam der 3. Handball-Liga bezwungen (24:22). Damit hat nur Bad Salzuflen Punkte aus Staßfurt entführt.

Staßfurt l Im letzten Heimspiel der Saison - und im letzten in dieser Konstellation - - hat der HCS 06 nochmal seine kompletten Qualitäten unter Beweis gestellt. Die gewohnt souveräne 6-0-Deckung arbeitete erneut bravourös, verschob schnell und trat frühzeitig auf die gefährlichen Rückraumschützinnen hinaus. Evelina Kalasauskaite, lettische Nationalspielerin, und Lucie Hribova erzielten lediglich sechs Treffer für ihr Team.

Von Beginn an war Salzland derart präsent, dass sich die Gäste acht Ballverluste und elf Fehlwürfe in den ersten 30 Minuten leisteten, weil sie zunächst kein Konzept gegen die Deckung entwickelten. Die "Wildgänse" enteilten frühzeitig zum 9:3 (15.).

In der Folge stellte sich der HSV mit einer 5-0-1-Abwehr gegen Yvonne Sachse beziehungsweise einer 4-0-2 gegen Sachse und Stephanie Jäger besser auf den HCS 06 ein. Der benötigte zehn Minuten, bis er ein Mittel gefunden hatte. Caroline Rosiak erlöste die Gastgeberinnen mit dem Treffer zum 10:6 (25.) im Tempo-Gegenstoß. Aufgrund einiger Zeitstrafen gerieten sie mehrfach in Unterzahl, sodass Marienberg zur Pause den Anschluss herstellen konnte.

Nach dem Wechsel war Salzland präsenter, erzielte zudem die wichtigen Treffer. Beispielsweise durch Kristin Schüler, die vornehmlich am eigenen Kreis in der Defensive gegen Kalasauskaite gefordert war. Einen Ballgewinn verwandelte sie im Eins-gegen-Eins zum 13:11 (33.). Oder durch Justine Schmitz, die im Rückraum sehr viel Gefahr ausstrahlte und mit einem Schlagwurf zum 16:13 (41.) traf. Oder durch Carolin Beck, die nach Verletzung von Caroline Rosiak (Cut am Kopf) "ins kalte Wasser geworfen wurde" und direkt mit einem Heber von linksaußen die 20:16-Führung erzielte.

Die Gäste präsentierten sich in der offensive alles andere als ein Tabellenzweiter. Immer, wenn sie die Chance hatten, entscheidend zu verkürzen, produzierten sie einen Fehlwurf oder einen Ballverlust - auch in Überzahl -, sodass es beim beruhigenden Vorsprung für Salzland blieb. Mit dem 21:16 (51.) durch Paula Farken nach Abpraller war die Partie vorentschieden. Zudem steigerte sich Keeperin Josephine Klauß zu zehn Paraden in der zweiten Hälfte. Da waren auch die Roten Karten nach der dritten Zeitstrafe gegen Farken (51.) und Thea Schwarz (60.) in ihrem vorletzten Spiel für die "Wildgänse" zu verschmerzen.

"Ich muss den Mädels eine meisterliche Leistung bescheinigen", betonte Trainer René Linkohr.

HC Salzland: Klauß, Lorf - Schwarz, Beck (2), Block, Rosiak (3), Schmitz (9/3), Geipel, Jäger (2), Farken (2), Knappe, Sachse (4), Göpel, Schüler (2)

HSV Marienberg: Gaiovych, Reichel - Schererova (4), Gaitzsch (2), Kalasauskaite (6), Kracmanova (3), Konorzweska, Hribova (1), Schütze (4), Foksova (2/1)

Siebenmeter: Salzland 4/3 - Marienberg 3/1; Zeitstrafen: Salzland 10 - Marienberg 3; Rot: Paula Farken (3x2 Minuten, 50:25), Thea Schwarz (3x2 Minuten, 59:45) -beide Salzland-