Tore schießen und zu Hause punkten - zwei Dinge, für die die Fußballer der ZLG Atzendorf in der Landesklasse nicht unbedingt bekannt waren. Mit einem 8:0 (1:0)-Paukenschlag gegen den SV Olympia Schlanstedt bewiesen sie nun aber, dass es auch vor heimischer Kulisse geht.

Atzendorf l Von Beginn an offenbarte der Tabellenletzte aus dem Harz kollektive Harmlosigkeit. Dennoch verstand es die ZLG vorerst nicht, daraus Kapital zu schlagen. "Es ist uns in den ersten 30 Minuten nicht gelungen, unser Spiel aufzuziehen", sagte Atzendorfs Trainer Steffen Grohe. Sicherlich war auch die Verletzung von Sebastian Tolle nicht förderlich, um die Köpfe frei zu bekommen. Der jüngst erst genesene Stürmer stieg zu einem Kopfball mit Olympia-Kapitän Sebastian Stosch hoch und lantete mit dem Rücken auf dem Fuß des Gegenspielers. Beide mussten behandelt werden. Während Stosch es noch eine knappe Viertelstunde versuchte, musste Tolle ausgewechselt und sogar von einem Krankenwagen abgeholt werden. "Gott sei Dank, dass es nichts mit der Wirbelsäule ist", erklärte Grohe. Tolle wird das Krankenhaus heute wieder verlassen.

Es dauerte, bis sich die Gastgeber auf Gegner und Rasen eingestellt hatten. "Die Platzverhältnisse waren katastrophal", sagte der Coach. "Die Bewässerungspumpe ist kaputt, der Boden war knüppelhart." Davon unbeeindruckt, erzielte Tobias Sura den überfälligen Führungstreffer. Mit dem knappen Vorsprung ging es in die Pause.

Im Vorfeld warnte Grohe, dass Olympia bis zum Schluss gefährlich werden würde. Davon war diesmal jedoch nichts zu sehen. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Stefan Rock zum 2:0 und eröffnete den Torreigen. Schiedsrichter Tobias Grune musste im Akkord den Spielstand auf seinem Kärtchen notieren. Sura und Rock wurden dabei doppelt als Torschützen notiert, hinzu kamen Phillip Voigtländer, Robert Stange, Andreas Spangenberg und Benjamin Schleysing. "Wer die Treffer erzielt, ist mir im Prinzip völlig egal", sagte Grohe. Er gewährte aber Einblicke in die Mannschaft und erklärte, dass es "interne Wetten gibt", wodurch die Torschützen dann doch wieder interessant würden.

Mit sieben Treffern in zweiten Durchgang überrollte Atzendorf die Gäste förmlich und zeigte durch die Reihen weg eine souveräne Vorstellung. "So stellt sich das ein Trainer vor", erklärte Grohe. Einer stach jedoch erneut hervor: Sascha Eisenträger. Der eigentliche Keeper fungierte erneut als Verteidiger, als fehlerfreier. "Ich kann mich nicht erinnern, dass Sascha einen Zweikampf oder ein Kopfballduell verloren hat." Trotz aller Freude über den deutlichen Erfolg blickt der Coach bereits voraus. "Wir brauchen noch sechs Punkte."

Atzendorf: Fiser - Voigtländer, Eisenträger (18. Isufi), Faatz, Ebeling (61. Schleysing), Stange, Spangenberg, Sura (75. Kutz), S. Rock, Knoll, Tolle

Tore: 1:0 Tobias Sura (30.), 2:0 Stefan Rock (50.), 3:0 Phillip Voigtländer (62.), 4:0 Robert Stange (68.), 5:0 Tobias Sura (71.), 6:0 Andreas Spangenberg (76.), 7:0 Stefan Rock (79.), 8:0 Benjamin Schleysing (82.); SR: Tobias Grune (Zerbst); ZS: 45

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