Am Sonnabend bestreitet der HC Salzland 06 in Bad Salzuflen das letzte Spiel in der Saison. Es ist auch das letzte in der 3. Liga und das letzte für diese Mannschaft überhaupt. Das Team wird anschließend aus der 3. Handball-Liga zurückgezogen. Sportredakteur Frank Nahrstedt sprach mit Horst Braunisch, dem stellvertretenden Vorsitzenden des HCS, über Gründe und neue Herausforderungen.

Herr Braunisch, warum muss die erste Mannschaft trotz des sportlichen Erfolgs abgemeldet werden?

Horst Braunisch: Wir haben das Sponsoring nicht mehr zusammenbekommen. Hauptsponsor Gaensefurther ist mit seinem Engagement heruntergegangen, andere sind ausgestiegen. Wir gehen nicht in eine Saison, wenn das Budget dafür nicht steht. Also mussten wir uns zu diesem Schritt entschließen und nun kleinere Brötchen backen.

Geht der HCS 06 denn mit Schulden in die neue Saison?
Nein. Es ist uns gelungen, keine Schulden zu machen, obwohl bereits zum Ende des vergangenen Jahres Sponsoren ihr Engagement verringert haben.

Welche Gründe gibt es, dass das Sponsoring geringer wurde?
Zum einen haben wir hockarätige Mitbewerber im Umfeld, beispielsweise den HC Aschersleben, Anhalt Bernburg oder die Aschersleben "Tigers". Sie werden ebenfalls unterstützt. Zum anderen hatten wir nicht die erhoffte Zuschauerresonanz. Mit 100 bis 120 Fans im Schnitt konnten wir die Ausgaben für Schiedsrichter und so weiter kaum decken. Zudem ist der Abstand zur Ersten zu groß geworden. Unser Nachwuchs hatte kaum Perspektive, es jemals nach oben zu schaffen.

Wie wird es für den Verein nun weitergehen?
Wir haben noch neun weitere Mannschaften im Spielbetrieb. Wir werden uns sicherlich neu sortieren müssen. Einige Spielerinnen, auch Leistungsträger, haben angedeutet, zu bleiben. Im kommenden Jahr wird es wohl zwei Frauenmannschaften geben, womöglich mit der Ersten in der Sachsen-Anhalt-Liga. Dann ziehen die Derbys gegen Calbe oder Lok Schönebeck vielleicht mehr Zuschauer.

Warum hat sich der Vorstand nach dem letzten Heimspiel nicht von der Mannschaft verabschiedet?
Es ist mir durchaus bewusst, dass ich mir damit einiges an Missgunst auf mich gezogen habe. Aber in diesem Trubel vor und nach der Partie gegen Marienberg, als es ohnehin schon viele Tränen gab, wollte ich das nicht machen. Es war vorher schon abgesprochen, dass wir mit der Mannschaft einen Saisonausklang feiern. Der wird am 8. Mai in der Gaststätte "Zum Salzhof" sein. Es war eine tolle Saison. Mein Dank geht an René Linkohr, Daniel Schmidt, Carolina Tarczewska, die gesamte Mannschaft und das Drumherum. Es war alles super. Aber man muss akzeptieren, dass wir wirtschaftlich gesund bleiben wollen.

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