Knapp 280 Kilometer Fahrt müssen die Handballerinnen des HC Salzland 06 aufnehmen, um morgen ab 15 Uhr den letzten Spieltag der 3. Liga bei Handball Bad Salzuflen zu bestreiten. Eine Partie, die rein sportlich kaum bedeutungsloser sein könnte, menschlich gesehen jedoch einer der schwersten Gänge für die "Wildgänse" wird.

Staßfurt l Der HC Salzland 06 gab jüngst bekannt, aus finanziellen Gründen in der kommenden Saison nicht mehr für die 3. Liga zu melden. Nord-östlich von Bielefeld wird morgen also das letzte Spiel der "Wildgänse" stattfinden. Da ihnen der vierte Platz ohnehin nicht mehr zu nehmen ist und auch die Gastgeber definitiv nicht mehr absteigen können, wird es eine seltsame Partie werden.

"Ab Montag werden alle getrennte Wege gehen"

"Ob wir den Fokus und die nötige Konstanz aufbringen können, wird sich zeigen", erklärte HCS-Coach René Linkohr. Es ist ihm anzumerken, dass auch ihm zwei Punkte nicht ganz oben auf der Liste der Prioritäten stehen. "Ab Montag werden alle getrennte Wege gehen. Das ist nicht einfach zu verarbeiten, vor allem nach so einer starken Saison. Es ist das bittere Ende des HC Salzland 06", sagt ein Trainer, an dem die vergangenen Wochen nicht spurlos vorübergingen. Trainingseinheiten werden nicht mehr stattfinden, warum auch.

Ein letztes Mal gemeinsam den Handball zelebrieren

Wie soll sich eine Mannschaft, die mit hoher Wahrscheinlichkeit neben Schweiß auch Tränen im Gesicht haben wird, motivieren? Die Frage ist kaum zu beantworten. Dennoch weiß Linkohr: "Die Mannschaft will noch ein letztes Mal gemeinsam den Handball zelebrieren." Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass "das Sportliche diesen Tag nicht ausfüllen wird". Vielmehr gilt es, noch einmal ein Wir-Gefühl zu präsentieren und einen schönen Abschied zu finden. Trotz aller Sentimentalitäten: "Wir wollen gewinnen", stellt Linkohr klar. Es wird aber darauf ankommen, wenigstens 60 Minuten die Gedanken des Abschieds beiseite zu schieben. "Das ist uns in den letzten Wochen gelungen." Spätestens nach Abpfiff dürften dann die Dämme brechen, auch die Rückfahrt dürfte nicht einfach werden. "Die Mannschaft hat auch neben der Platte sehr viel Kontakt und dieser wird nicht abreißen."

Zukunft von René Linkohr ist noch gänzlich offen

Wenn alle Beteiligten getrennte Weg gehen, ist auch Linkohrs Zukunft offen. Zwar gäbe es derzeit Gespräche, Konkretes gibt es jedoch nicht zu vermelden. "Ich halte mit offen, ab September irgendwo als Trainer zu arbeiten oder mir eine Auszeit zu nehmen. Meine Zukunft ist noch offen." Ob Linkohr nun nahtlos einen anderen Verein übernimmt oder nicht - den letzten gemeinsamen Ausflug werden alle Beteiligten nie vergessen.