Gegen den Tabellenführer der Mitteldeutschen Handball-Oberliga, den USV Halle, zu verlieren, ist wahrlich keine Schande. Doch der HV Rot-Weiss Staßfurt hätte nicht leer ausgehen müssen. Nach der 28:31 (14:14)-Heimniederlage überwog die Unzufriedenheit darüber, sich erneut selbst ein Bein gestellt zu haben.

Staßfurt l Bereits der Auftakt ließ vermuten, dass die Staßfurter alles andere als chancenlos gegen den USV waren. Nach wenigen Minuten lagen sie mit 5:1 vorn, später sogar mit 8:3. Zwar hielt die Führung auch noch eine ganze Weile an, dennoch kam "das leidige Thema" auf, wie es HVS-Trainer Uwe Mäuer bezeichnete. Gemeint waren individuelle und vermeidbare Fehler, die eine noch höhere Führung verhinderten. So wurden Pässe ungenau gespielt oder Abschlüsse unvorbereitet genommen. "Die Mannschaft wurde nervös, weil sie nicht getroffen hat", erklärte Mäuer.

Ganz anders verhielt es sich dagegen bei den Hallensern. "Der Gegner war abgezockt genug und wurde nicht nervös, als er mit fünf Toren hinten lag. Entsprechend steht der USV ganz oben - und wir spielen unten." So schmolz der Staßfurter Vorsprung, bis beide Teams torgleich in die Kabinen gingen.

Nach Wiederanpfiff folgten erneut einige Fehlwürfe, die entweder leichte Beute für Halles Keeper Helmut Feger waren oder neben den Kasten segelten. Die Folge war, dass sich die Gäste in der 39. Minute erstmals die Führung erarbeiteten (18:17.).

Fortan gab der Spitzenreiter den Ton an, auch wenn er sehr leise war. Denn so sehr sich Mäuer auch über die zahlreichen Fehler seiner Schützlinge beklagte, er musste sie auch loben. "Wir waren aggressiv und meist dicht am Gegner. Spielerisch waren wir sowohl im Angriff als auch in der Abwehr - vor allem in der ersten Halbzeit - sehr gut." Doch dem Lob folgte die nüchternde Erkenntnis: "Dann schossen wir uns wieder selbst ins Knie." In den entscheidenden Phasen war die linke Abwehrhälfte zu passiv "oder wir haben die Bälle zu einfach hergegeben." In diesen Phasen kamen dann auch noch Zeitstrafen hinzu, "wodurch es noch schwerer wurde".

Am Ende setzte der HVS alles auf eine Karte und wollte den knappen Rückstand egalisieren, lief den abgezockten Hallensern dann jedoch ins offene Messer. "Wir schaffen es nicht, konstant durchzuspielen", haderte Mäuer. "So gewinnt man nicht."

Es waren erneut die wenigen Phasen, die den Staßfurtern einen möglichen Erfolg kosteten. Dadurch rutschten sie auf den neunten Rang - und sind wieder mitten im Kampf um den Klassenerhalt angekommen. "Der Platz, auf dem die Mannschaft steht, ist nicht der, wo die Mannschaft hingehört", stellte Mäuer klar. Aber aufgrund der eigens verschuldeten Fehler "haben wir schon viele Spiele verloren, obwohl wir auf Augenhöhe oder zum Teil besser waren". Die Partie gegen Halle gehörte dazu.

"Ich habe schon vor Wochen gesagt, dass ich zum Ende der Saison keinen Schweißausbruch bekommen will. Nun wird es noch einmal eng", erklärte Mäuer. Zwei Punkte trennt den HVS von einem Abstiegsplatz. Die Lage ist ernst.

HV Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Fuhrmann (1), Ortmann, Mennecke, Retting (3), Jacobi (8), Ernst (1), Rach, Hähnel (8), Scholz (3), Rindert (4), Secara

Siebenmeter: Staßfurt 1/0 - Halle 3/0; Zeitstrafen: Staßfurt 7 - Halle 5; Rot: Tobias Suchanke (3x2 Minuten, 60.) -Halle-