Magdeburg (chj) l Als Anhänger des SV Förderstedt wünscht man sich angesichts des vergangenen Spieltages, dass eine Partie nur 45 statt 90 Minuten dauert. Das abstiegsbedrohte Team von Jens Liensdorf führte zur Pause mit 2:0, musste sich beim Magdeburger SV Börde am Ende aber noch mit 2:3 geschlagen geben. Damit übernahm der SVF erneut die Rote Laterne der Fußball-Landesliga und muss weiterhin um den Klassenerhalt bangen.

Die Gäste begannen mit der Sicherheit, die eine Woche zuvor maßgeblich für den 3:2-Sieg über Wernigerode verantwortlich war. "Defensiv haben wir uns taktisch gut verkauft", lobte Liensdorf. So kam der SVF zwar zu nicht allzu vielen Gelegenheiten, die Gastgeber allerdings auch nicht. Bis auf einen starken Freistoß, den der Innenpfosten für Förderstedts Keeper Maik Binnebößel rettete, wurde der MSV weitestgehend in der Offensive ausgeschaltet.

Angesichts der Tabellensituation wirkte der Führungstreffer von Marcus Bolze (31.) wie eine Erlösung, genau wie das 2:0 durch Nils Fischer (41.). "Es waren zwei schön herausgespielte Tore", sagte Liensdorf, der den Gang in die Kabine mit dem scheinbar komfortablen Vorsprung beruhigt anging. "Es war eine gute erste Halbzeit, unsere Führung war verdient", lautete das Fazit nach 45 Minuten.

Die Förderstedter nahmen sich vor, an die taktische Leistung der ersten Hälfte anzuknüpfen. Aber: "In der zweiten Halbzeit war es eine ganz andere Börde-Mannschaft." Der MSV setzte die Gäste unter Druck, "dem wir nicht standhielten". Der eingewechselte Jeton Spahija erzielte den Anschlusstreffer (57.), David Berlin glich aus (70.) und nur sechs Minuten später brachte Maik Leonhardt die Landeshaupstädter per Strafstoß in Front. Binnebößel kam zu spät heraus und foulte den Angreifer. Liensdorf sprach von einem berechtigten Elfmeter.

In der Folge stellte der SVF um, ging von einer Vierer- zur Dreierkette über und versuchte es mit drei Stürmern. "Aber hintenraus haben uns die Körner gefehlt", erklärte Liensdorf. Hinzu kam der psychologische Faktor, einen 2:0-Vorsprung in einen 2:3-Rückstand abgegeben zu haben. "So haben wir nicht mehr den entscheidenden Stich setzen können. Als Trainer hätte ich gern gesehen, dass wir die Leistng der ersten Hälfte über 90 Minuten gezeigt hätten. Aber das ist uns nicht gelungen."

SV Förderstedt: Binnebößel - Loch, Conrad (84. Abram), Müller, Dübecke, Fischer, Strobach, Buschke, Herrler, Bolze (74. Marcus Janich), Marco Janich (88. Siebert)

Tore: 0:1 Marcus Bolze (31.), 0:2 Nils Fischer (41.), 1:2 Jeton Spahija (57.), 2:2 David Berlin (70.), 3:2 Maik Leonhardt (FE, 76.); SR: Nick Kahlert (Schlanstedt); ZS: 72