Halberstadt (chj) l Als Vorletzter der Fußball-Landesliga reiste der SV Förderstedt als krasser Außenseiter zum VfB Germania Halberstadt II, der hinter dem Burger BC den zweiten Platz für sich gepachtet hat. Im Vorjahr gewann der SVF beide Vergleiche, genau wie das Hinspiel. Nun setzte er sich mit 2:0 (1:0) gegen den "Lieblingsgegner" durch und verließ damit nach 13 Spieltag erstmals die Abstiegsränge.

"Wenn man die Statistik sieht, könnte man meinen, Halberstadt II wäre unser Lieblingsgegner", erklärte Förderstedts Spielertrainer Jens Liensdorf. Er weiß jedoch auch, dass die Partie durchaus anders hätte enden können. "Der Gegner war feldüberlegen." Chancen erarbeiteten sich die Favoriten jedoch kaum, "denn sie haben kein Mittel gefunden, unsere kompakte Defensive zu knacken." Bis auf Fernschüsse fiel den Gastgeber wenig ein. Die gefürchteten Pässe in die Schnittstelle wurden erfolgreich verhindert - "und das über 90 Minuten". Zufall war die defensive Geschlossenheit nicht. "Die Stürmer sind weite Wege gegangen. Wir haben vorn mit der Verteidigung angefangen und sie zog sich bis zu Maik Binnebößel im Tor durch, der einen starken Tag hatte", lobte Liensdorf, der als "Sechser" selbst zur Stabilität beitrug.

Als Bollwerk formiert, ergaben sich für die Gäste immer wieder Kontermöglichkeiten, die jedoch ungenutzt blieben. "Wir sind mit unseren Chancen fahrlässig umgegangen." Die Kritik wurde jedoch von Marcus Janichs Führungstreffer übertönt, der mit einem Sonntagsschuss aus rund 40 Metern das Gehäuse traf.

Nach der knappen Führung war es wichtig, dass die Förderstedter ein weiteres Tor nachlegten. Sebastian Strobach leitete nach einem gewonnenen Zweikampf einen Konter ein, den Florian Abram schließlich sicher abschloss. In der Folge erhöhte der VfB II den Druck, wurde jedoch aufgrund ausbleibender Chancen ratlos.

Der SVF kletterte dank des Auswärtssieges beim Lieblingsgegner auf den 13. Platz und hat den Klassenerhalt nun wieder in eigener Hand. Am Freitag tritt er bei Schlusslicht Schönebecker SV an, empfängt dann Thale, ehe es zum Abschluss nach Heyrothsberge geht. "Mal sehen, wer da unten die Nerven bewahrt", sagte Liensdorf.

SV Förderstedt: Binnebößel - Loch, Stockmann (89. Conrad), Liensdorf, Müller, Marcus Janich, Abram, Dübecke (75. Marco Janich), Strobach, Buschke, Bolze (86. Fischer)

Tore: 0:1 Marcus Janich (40.) Florian Abram (60.); SR: K. Fettback (Uenglingen); ZS: 35