Die Fußballer der ZLG Atzendorf haben die große Chance verpasst, sich mit einem Heimsieg gegen den SV Langenstein vorzeitig den Ligaverbleib in der Landesklasse zu sichern. Die Partie endete torlos. Die Gastgeber haben jedoch beste Voraussetzungen, ihr Ziel dennoch zu erfüllen.

Atzendorf l Acht Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, neun sind noch zu vergeben. Das Torverhältnis von -17 ist außerdem noch deutlich besser als das der Langensteiner (-39). Im Prinzip spricht alles für die ZLG. Das weiß auch Steffen Grohe aus dem Trainergespann mit Heiko Spangenberg. "Es müsste schon mit dem Teufel zugehen. Aber das Thema ist für uns erst ganz durch, wenn wir rechnerisch ganz durch sind."

Das hätten die Atzendorfer sein können, wenn sie die große Chance auf heimischem Rasen genutzt hätten. Sowohl von den Gästen als auch von den Gastgebern waren Einsatz und Kampf zu erwarten. Doch über weite Strecken war davon wenig zu sehen. "Wir wollten natürlich auf Sieg spielen", erklärte Grohe, "aber nicht so, dass uns in der nächsten Partie viele wegen Sperren fehlen."

Zumindest von Langenstein hätte mehr kommen müssen. "Wir waren überrascht, wie relaxed der Gegner war." Des Rätsels Lösung offenbarte Marcel Menzel nach Abpfiff fast schon beiläufig: "Schackstedt zieht doch zurück." Dem Tabellendritten sollen die Spieler fehlen. Dadurch geht der SVL davon aus, dass er auch als Vorletzter in der Landesklasse bleiben kann.

Während die Gäste gewillt, aber gelassen agierten, waren die Atzendorfer mehr bemüht, einen Treffer zu erzielen. Allerdings wirkten die Köpfe nicht frei. "Es war keiner in der Lage, die Nervosität abzulegen. Auch die Älteren nicht", haderte Grohe. Hinten machte sich das in vielen langen Bällen bemerkbar, vorn mit halbherzigen Aktionen. So ließen die Flanken einigen Zuschauern die Hände über den Kopf zusammenschlagen. "Deswegen haben wir nach der Pause angefangen, die Außen zu wechseln." Besser wurde es jedoch nicht, viele Flanken verhungerten, wurden geblockt oder gingen hinter das Tor.

Dennoch hatte die ZLG ein deutliches Chancenplus. Sebastian Tolle war einige Male gefährlich, genau wie Andreas Spangenberg mit seinen präzisen Kopfbällen - nach Ecken, nicht nach Flanken.

In der Abwehr überzeugte einmal mehr Sascha Eisenträger. "Wie er als gelernter Torhüter die Bälle ablief, das war schon phänomenal. Und Lukas ja sowieso", lobte Grohe. Fiser war erneut ein sicherer Rückhalt im Kasten.

Dennoch reichte es nicht für einen Sieg, sodass der Klassenerhalt vertagt wurde. Wenn Langenstein am Freitag nicht gegen Blankenburg gewinnt, dürften allerdings in Atzendorf die Korken knallen.

ZLG Atzendorf: Fiser - C. Rock, Isufi (85. Strobusch), Voigtländer, Eisenträger, Faatz (77. Knoll), Stange (65. Ebeling), Spangenberg, Sura, S. Rock, Tolle

Tore: keine; SR: T. Jake (Magdeburg); ZS: 40