Staßfurt (chj) l Die abgelaufene Saison in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga war zeitgleich die letzte von Eike Rach, Tobias Ortmann und Felix Dietze. Damit ziehen sich drei Urgesteine des HVS zurück. Während Dietze und Ortmann gänzlich gehen, wird Rach dem Verein erhalten bleiben und in der zweiten Mannschaft abtrainieren.

Mit den Spielern wird auch ein Stück Identität gehen. Ortmann und Dietze durchliefen alle Jugendabteilungen in Staßfurt (damals noch Concordia) und waren dem Verein 19 beziehungsweise 15 Jahre treu. Mit einem kurzen Zwischenstopp von zwei Spielzeiten beim SV Hermsdorf war auch Rach 15 Jahre lang rot-weiss im Herzen.

Zwei Dinge haben alle drei gemeinsam: Zum einen haben sie sehr lange über diesen Schritt nachgedacht, zum anderen sind sich alle einig, dass es ohne Handball nicht weitergeht. Die Gründe für die Abgänge sind jedoch unterschiedlich. Bei Publikumsliebling Ortmann beginnt die entscheidende Phase seines Medizinstudiums, die ihm nicht nur viel Zeit abverlangt, sondern auch in eine andere Stadt verschlagen könnte. Es sei schwierig, Sport und Studium zu vereinbaren. Den Abgang "habe ich mir sehr lange überlegt. Das war eine schwierige Zeit. Aber ich wollte keine Schnellschuss-Entscheidung treffen", sagt der 24-Jährige. Ein Abschied auf ewig wird es nicht. "Ich würde dem Verein gern etwas zurückgeben, vielleicht als Trainer."

Auch Dietzes Abschied hat berufliche Gründe, "schweren Herzens" werde er gehen. Im kommenden Jahr will er in Jena die Optiker-Meisterprüfung in Angriff nehmen, was viel Zeit kosten wird. Bis dahin werde er in einem anderen Verein auflaufen, ließ sich jedoch nicht genauer in die Karten schauen. Aufgrund seiner Arbeit konnte er kaum trainieren, was sich in überschaubarer Einsatzzeit widerspiegelte. Außerdem warfen ihn zwei Kreuzbandrisse zurück. Etwas liegt ihm ganz besonders am Herzen: "Ich möchte mich bei meiner Familie bedanken, die immer hinter mir stand."

"Wenn man 27 Jahre Handball gespielt hat, kann man nicht einfach aufhören", erklärte Rach seine Entscheidung, künftig in der Zweiten aufzulaufen. Am 1. Juni wird der Rechtsaußen 33 Jahre alt. "Die Prioritäten verschieben sich." Das Private soll nun mehr in den Vordergrund rücken. Genau wie Ortmann wolle auch er dem Verein etwas zurückgeben. In der Zweiten will er einige junge Spieler voranbringen. Und auf eines freut er sich ganz besonders: "Endlich kann ich bei der Ersten von außen fachsimpeln."