Die Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt haben die Saison 2014/15 in der Mitteldeutschen Oberliga auf dem neunten Rang beendet. Damit blieben sie hinter den eigenen Erwartungen zurück. Vor allem die fehlende Konstanz durchkreuzte die Pläne, im sicheren Mittelfeld zu landen.

Staßfurt l "Wir sind knapp hinter den Erwartungen zurückgeblieben", sagt Co-Trainer Andreas Stops. Knapp deshalb, weil die gesamte Liga dicht beieinander lag. Sieht man von den letzten und den ersten Dreien ab, haben sieben Punkte den Unterschied zwischen acht Mannschaften ausgemacht. Mit 26 Zählern reichte es für den HV Rot-Weiss nur für den neunten Rang. "Mit zwei Siegen mehr auf dem Konto wären wir Sechster gewesen."

19 der 26 Punkte wurden zuhause eingefahren

Und zwei Siege mehr wären durchaus im Rahmen des Möglichen gewesen - zumindest in der heimischen Paul-Merkewitz-Halle. Zuhause fuhren die Staßfurter 19 ihrer 26 Punkte ein. Trotz der Heimstärke war die Ausbeute für Stops zu gering. "Wir haben mindestens fünf Punkte unnötig vergeben." Gegen Radis ließ sich der HVS beispielsweise in der Schlussphase den Schneid abkaufen und gab das Spiel noch aus der Hand - obwohl die Gäste keine Wechselmöglichkeiten hatten.

Der soliden Heim-Ausbeute steht allerdings eine schwache Auswärtsbilanz gegenüber. Neun Niederlagen, ein Unentschieden und drei Siege. "Aber das kenne ich gar nicht anders", erklärt Stops. In der Fremde sei der HVS noch nie eine Macht gewesen. Dennoch bleibt das Fazit: "Wir müssen auswärts konstanter werden."

Fehlende Konstanz ist Staßfurter Manko

Konstanz ist ohnehin das Stichwort, das sich wie ein Roter Faden durch die Saison zog - jedoch die fehlende Konstanz. Viel zu selten behielten die Staßfurter ihre klare Linie bei. "Über 50 Minuten sollte man das schon schaffen, 60 sind eigentlich unmöglich, man hat immer mal eine Schwächephase", sagt Stops. Doch von 50 Minuten Konstanz waren die Rot-Weissen oft entfernt. Und das rächte sich. In Halle oder Aschersleben fehlten beispielsweise nur ein Tor für etwas Zählbares. "Manchmal können bereits fünf Minuten entscheidend werden."

Trotz der Unzufriedenheit über den Tabellenplatz fällt das Staßfurter Fazit nicht durchweg negativ aus. Zum einen, weil die Liga sehr ausgeglichen besetzt ist, zum anderen "weil wir gezeigt haben, dass wir guten Handball spielen können".

Das bewiesen die Rot-Weissen vor allem gegen Freiberg. Nach 60 Minuten Netto-Spielzeit - brutto war die Partie angesichts zahlreicher Unterbrechungen locker ein gesamtes Abendprogramm - stand ein 45:44-Heimsieg auf der Anzeigetafel. Für Stops war die Partie ein Highlight dieser Saison. "Egal was danach passiert ist, das Spiel war super." Mit ihrer äußerst offensiven und unkonventionellen Art des Handballs verlangten die Gäste dem HVS alles ab. "Respekt an die Mannschaft. Alle haben gekämpft und sich aufgeopfert."

Nils Hähnel mit 158 Treffern internen Torschützenkönig

Mit fünf Treffern gegen Freiberg war Nils Hähnel nicht nur bei diesem Sieg eine wichtige Stütze. Mit 158 Treffern wurde er interner Torschützenkönig und ligaweit Achter. Doch nicht nur offensiv ist er verlässlich, hinten ist der Hüne eine Herausforderung für jeden Gegenspieler. "Nils hatte seine ein oder zwei Spiele, in denen es nicht lief. Aber wenn man bei jemandem von Konstanz sprechen kann, dann bei ihm", lobt Stops. Selbst im Training gehöre er zu den ehrgeizigsten. Diese Qualitäten bemerken auch die Staßfurter Fans und wählten Hähnel zum Spieler der Saison. "Die Zuschauer haben ein feines Gespür und seine Leistung honoriert."

Uwe Werkmeister und Maurice Wilke kommen

Hähnel war für Stops und Chef-Trainer Uwe Mäuer eine wichtige Stütze. Während der Linkshänder auch in der kommenden Saison zu den festen Größen zählen wird, verlässt Mäuer den Verein aufgrund ausbleibender Fortschritte. Mit Uwe Werkmeister, bis dato bei Verbandsligist Biederitz beschäftigt, steht unlängst ein Nachfolger fest. Außerdem wird Maurice Wilke die Staßfurter verstärken. Er wechselt von Drittligist Northeim an die Bode. Der 20-jährige kann Aufbau Mitte sowie auf beiden halben Positionen spielen.

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