So etwas passiert Andy Klemmer nun auch nicht alle Tage. Beim 4:3 (3:3)-Sieg des SV 09 Staßfurt über den SV Hötensleben erzielte der Stürmer alle vier Treffer für seine Farben und war damit der Matchwinner für den Siebten der Fußball-Landesklasse.

Von Frank Nahrstedt

Staßfurt l Auch Co-Trainer Axel Quednow musste eingestehen: "Das war ein typischer Klemmer." In der Anfangsphase, als die Staßfurter mit enormer Laufbereitschaft für viel Druck und Ballgewinne sorgten und dann mit schnellem Umkehrspiel viele gefährliche Aktionen forcierten, erzielte die Nummer 16 mit einem lupenreinen Hattrick innerhalb von 17 Minuten die 3:0-Führung für die 09er. Und auch kurz danach hätten er oder Matthias Lieder noch erhöhen können, sie ließen ihre guten Chancen allerdings aus. "Andy hat im Angriff aber immer wieder an den Ketten gezerrt", betonte Quednow. "Wir haben in der Anfangsphase alles richtig gemacht."

In der Folge waren sich die Gastgeber allerdings zu sicher, ließen vor allem in der Konzentration nach. Kevin Hartmann beispielsweise ließ bei seiner Abwehraktion die nötige Konsequenz vermissen, wollte ohne Spannung in seinem Bein eine Flanke abfangen und fälschte den Ball unglücklich ins eigene Tor ab, obwohl keine Gefahr drohte, da kein Hötensleber im Strafraum zu sehen war.

Die Gegentreffer zwei und drei fielen nach Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung und Kontern über die linke Abwehrseite. Beim 3:3-Ausgleich fälschte Steven Stachowski unglücklich ab. "Wir waren ersatzgeschwächt, es liefen einige Spieler aus der Zweiten auf. Sie haben ausgeholfen und alles gegeben. Großes Lob an die Jungs. Aber es ist eben doch ein großer Sprung von der Kreisliga in die Landesklasse", nahm der Co-Trainer seine Spieler in den Schutz und erklärte die teilweise fehlende Abstimmung.

Auch nach dem Wechsel kehrte keine Sicherheit ins Spiel der 09er ein. Vor allem in der Defensive agierten sie zu leichtfertig, verloren am eigenen Strafraum viel zu schnell den Ball. Robert Michalak musste mehrfach eingreifen, verhinderte mit starken Paraden einen Rückstand. Und auch in der Offensive lief es nicht rund. Klemmer vergab drei Möglichkeiten, Hartmann, der seinen Fehler wieder gutmachten wollte, schoss einen Freistoß über das Tor und über den Fangzaun (83.).

Doch ein Geniestreich vom 09-Stürmer rettete noch den Dreier. Nach einer Ecke klärte Hötensleben zwar den Ball, dieser Flog allerdings genau vor die Füße des Staßfurters. Der zögerte nicht lange und schloss volley unter die Querlatte zur 4:3-Führung ab - wie ein typischer Klemmer eben.

"Wir haben eine sichere Führung wieder aus der Hand gegeben. Das sollte nicht passieren, lag aber an den Umstellungen, die wir vornehmen mussten. Am Ende ist es dennoch gut ausgegangen", resümierte Quednow.

Am Wochenende hat der SV 09 spielfrei, danach steht das Derby bei der ZLG Atzendorf auf dem Programm.

Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Andy Klemmer (6., 12., 16.), 3:1 Kevin Hartmann (23. ET), 3:2 Carl Rudloss (33.), 3:3 Steven Stachowski (41. ET), 4:3 Andy Klemmer (84.); SR: Tobias Menzel (Magdeburg), ZS: 56

SV 09 Staßfurt: Michalak - Möller (75. Müller), Hartmann, Abresche, Siegel (57. Schreckenberger), Limpächer, Lieder, Gurn, Noack (80. Horstmann), Stachowski, Klemmer

SV Hötensleben: Koch - Riedl, Zacher, Thieleck, Kittel, Peine, Doerge, Rudloff, Künne, Ringling (75. Meßner), Kremling (62. Winkler)