Aschersleben. Unheimlich nervös startete der HC Salzland 06 in das Handball-Derby in der Mitteldeutschen Oberliga gegen die TSG Calbe, über das gesamte Spiel konnte das Team die Hektik in der Offensive kaum ablegen. "Eigentlich hatte ich das Gefühl, dass Calbe nervöser war als wir", schätzte Josefine Mätz, die Betreuerin, ein. Doch die technischen Fehler und Ballverluste konnten beide Mannschaften über die 60 Minuten nicht abstellen. Den 23 Fehlern der Gastgeber standen 27 der TSG gegenüber. Negativer Höhepunkt war wohl der Beginn der zweiten Hälfte, als Salzland sieben Feldspielerinnen auf dem Parkett hatte. Letztlich nutzte der HCS die Fehler des Gegners besser, verteidigte intensiver und sicherte sich am Sonnabend den 24:21 (13:13)-Erfolg.

Gewohnt nüchtern betrachtete André Hein, der HCS-Coach, die Partie. "Unterm Strich muss man sagen, dass wir nicht gut gespielt haben", resümierte er. Doch in einem Derby "kann man nicht so viel erwarten". Vor allem, wie sein Team die Rückstände weggesteckt hat, "das war nicht so schlecht". Überhaupt hatte man das Gefühl, aus der Ruhe bringen kann die Salzländerinnen nichts, wenngleich die Fehlerquote in der Offensive haarsträubend war. "Wir haben uns aber zurückgekämpft."

Und das gelang vor allem durch die starke Defensive. An dieser offensiven 6-0-Deckung sind ja beispielsweise schon der MTV Marienberg oder zuletzt der SV Union Halle-Neustadt II verzweifelt. Anne Pätzold, Silke Ruthe, Teresa Sacher und Stephanie Jäger verhinderten zumeist die Anspiele auf Kreisspielerin Christiane Wilke, "von der wir wussten, dass sie stark ist", außerdem gelangen Ballgewinne, die zu Beginn der zweiten Halbzeit in Treffer nach Kontern umgemünzt wurden. Zudem steigerte sich Keeperin Cindy Schöne. Agierte sie in der ersten Hälfte gemeinsam mit Carolina Tarczewska noch sehr unglücklich, so hielt Schöne in den zweiten 30 Minuten zehn Würfe auf ihren Kasten und war so maßgeblich am Erfolg beteiligt. Salzland gelang so der entscheidende Zwischenspurt, es enteilte erst zum 16:13 und dann zum 20:15 (49.). Die Vorentscheidung.

Dabei präsentierte sich Calbe zunächst besser, kam in der Anfangsphase zu einigen Ballgewinnen und erkämpfte sich einen 3:0-Vorsprung. "Dann haben wir die gewonnenen Bälle gleich wieder weggeworfen", haderte Frank Falke, der Trainer, mit den vergebenen Chancen. Ein ähnliches Bild zeigte sich in der zweiten Hälfte, dank der Paraden von Torfrau Kathrin Gutsch (18 insgesamt) blieb Calbe zwar zunächst im Spiel und verkürzte zum 20:17, doch dann drehten Sacher von Rechtsaußen und Bianca Reinl am Kreis auf und stellten den alten Abstand wieder her.

Und am Ende durfte dann "Neuzugang" Cordula Block aufs Feld. Sie ist eine "alte Bekannte" in Staßfurt, trainiert seit etwa einer Woche sporadisch mit, muss noch ihr Studium im April abschließen.

Nun hat das Team zwei Wochen Pause, in denen es die zwei Punkte aus dem Derby gegen Calbe und mit großer Wahrscheinlichkeit die zwei Punkte vom Sportgerichtsentscheid aus der Partie gegen den BSV 93 Magdeburg feiern kann. Dann geht es zum Tabellenführer nach Oschatz. Und Salzland kann komplett befreit aufspielen.

HC Salzland 06: Tarchewska, Schöne – Ruthe (3), Pätzold (3), Bloch, Fiedler, Kramer (8/2), Günther (1), Geipel, Jäger (1), Reinl (2), Ziegler (1), Sacher (5), Stein

TSG Calbe: Gutsch, Bartl – Sauer (2), Clausing (2), Rust, Wolke (2), Bily (3), Wilke (2), Schreiber, Sroka (1), Wenzel, Musche (5), Hüls (4/3)

Siebenmeter: HC Salzland 06 4/2 – TSG Calbe 3/3; Zeitstrafen: HC Salzland 06 8 – TSG Calbe 5; Rot: Stefanie Hüls (3x2 Minuten, 56:26) -TSG Calbe-