Die Tage der Vorbereitung sind nun auch für die Verbandsliga-Fußballer des SV 09 Staßfurt (12.) gezählt. Für die Schützlinge von Trainer René Schulze wird es morgen wieder ernst, wenn es beim 1. FC Romonta Amsdorf (14.) um die begehrten Punkte geht. Anpfiff der Partie ist um 14 Uhr.

Staßfurt. In der Testphase hatten die Staßfurter Glück, wurden doch zwei Vorbereitungsspiele gegen den Regionalligisten 1. FC Magdeburg (0:4) und beim Landesligisten SV Romonta Stedten (1:4) auf Rasen ausgetragen. Diesen Umstand empfand Schulze als wichtig in Bezug auf den "scharfen Start" , der mit großer Sicherheit auf Rasen erfolgt. Es ist bereits die zweite Begegnung in der Rückrunde, die schon Mitte Dezember begann. In heimischen Gefilden trennten sich die Bodestädter vom SV Edelweiß Arnstedt mit 1:1. "Dieser Punkt kann in der End-abrechnung vielleicht Gold wert sein", blickte Schulze voraus. Sein Team befindet sich zwar gegenwärtig über dem Strich, der Abstand zu einem Abstiegsplatz beträgt sieben Zähler, doch ein Ruhekissen ist das noch lange nicht. So ist das Ziel für die Rückrunde klar festgelegt: "Wir wollen Stück für Stück den Abstand nach hinten halten oder vergrößern." Schulze traut durchaus noch dem TSV Völpke etwas zu.

In der Hinrunde blieben die drei Zähler gegen Amsdorf in Staßfurt (2:1). Der Kontrahent sinnt auf Revanche, benötigt er doch ebenfalls jeden Punkt im Kampf um den Ligaverbleib. Der Verein schaute sich in der Winterpause nach Verstärkungen um. Letztlich wechselten Rafal Krzyzanowski und Piotr Dutkiewicz, die beide zuletzt beim Drittligaabsteiger KP Chemik Police aktiv waren, nach Amsdorf. "Der 22-jährige Rafal gilt als großes Talent und hat in seiner Heimat auch schon für den Zweitligist MKS Polonia Siubice", ist auf der Homepage des Vereins zu lesen. Der 25-Jährige Dutkiewicz hat sogar ein Jahr in Deutschland bei Oberligist Torgelower SV Greif gespielt.

An Oberliga denkt in Staßfurt niemand, erstmal steht der Verbleib in der Verbandsliga auf dem Programm. In der höchsten Spielklasse des Landes weht ein rauer Wind. Diesem begegneten die 09er in der Hinrunde zunächst erfrischend kaltschnäuzig, nach der unglücklichen 2:3-Niederlage in Arnstedt folgten der Sieg gegen Amsdorf und beim VfB Sangerhausen (3:2). "Wir wollten vor allem gegen die unmittelbaren Konkurrenten punkten", sagte Schulze. Die Niederlagen gegen die Topteams der Liga nimmt er also in Kauf, (Piesteritz 0:4, Hallescher FC 1:6, Haldensleben 1:4). "Sie waren in allen Belangen überlegen, das muss man akzeptieren."

Ärgerlich sind die verlorenen Spiele gegen Stendal (2:3) oder Askania Bernburg (1:2). Das große Problem dabei ist die Konzentration. "Wir müssen lernen, über die gesamten 90 Minuten möglichst wenige Fehler zu begehen", betont der Coach. Sein junges Team ist nach wie vor im Lernprozess und muss dabei auch Rückschläge durch rote Karten gegen Björn Friedrichs, Keeper Tobias Witte oder zweimal Mathias Härtl hinnehmen. Einige Entscheidungen waren berechtigt, andere waren unglücklich. Beispielsweise die rote Karte gegen Abwehrchef Friedrichs, der als letzter Mann einen Konter verhindern wollte. "Vielleicht sind wir ab und zu übermotiviert", relativiert Schulze.

Schließlich ist Friedrichs seit Saisonbeginn Kapitän. Er wurde von der Mannschaft gewählt und übernahm von Jens Liensdorf. Bei dieser Wahl beteiligten sich auch die drei Neuzugänge. Einer davon war Denny Piele, der die Erwartungen seines Coaches vollauf erfüllte und "eine echte Verstärkung" für das Team war. Toni Mutschler hatte zunächst Anpassungsprobleme. "Er ist ein junger Spieler, das ist normal." Daniel Ponickau sprang gleich drei Ligen nach oben bei seinem Wechsel vom SV Förderstedt (Salzlandliga). Er ging körperlich an seine Grenzen, das zeigte sich zum Ende der Hinrunde, als "die Akkus leer waren". Er hat sich zum Stammspieler entwickelt. "Die Einsatzzeiten sprechen für sich."

Zudem kehren die Langzeitverletzten wie Matthias Oehme, der sich in den Vorbereitungsspielen angeboten und "die Position in der Startformation verdient hat", und Danny Tonn (Kreuzbandriss), der inzwischen "auf einem guten Weg ist, aber noch etwas Zeit braucht, um bei 100 Prozent zu sein", zurück ins Team. Patrick Lissek befindet sich noch im Aufbautraining und wird voraussichtlich im Mai wieder ins Geschehen eingreifen können. Dass die Rekonvaleszenten so gute Fortschritte machen, dafür sorgt Physiotherapeutin Nicole Ridder. "Sie macht einen super Job und ist für uns wie ein Sechser im Lotto." Ein bisschen Fortuna kann dann mit Sicherheit auch in der Rückrunde nicht schaden, die Vorbereitung ist vorbei, ab morgen geht es wieder um Punkte.