Frankfurt (sam). Die Route, die Hans-Ulrich Riecke am vergangenen Freitag in das Navigationssystem eingab, führte ihn von Magdeburg in die Mainmetropole nach Frankfurt. Für den Leichathletik-Trainer des SC Magdeburg sowie seine beiden Schützlinge Susen Wiesner und Jessica Graf ging es zu den 9. Deutschen Hallen-Mehrkampfmeisterschaften. Für Jessica war es in diesem Jahr bereits der zweite Hallenfünfkampf. Bei der Mitteldeutschen Hallenmeisterschaft in Halle trumpfte die B-Jugendliche mit 3 013 Punkten auf. In Frankfurt übertraf das Mitglied des "cash´n fun" Junior Teams der Salzlandsparkasse diese Marke um 26 Punkte, wurde am Ende Elfte und stellte dazu noch eine neue persönliche Bestleistung auf.

Die Konkurrenz war in dem 13 Starterinnen umfassenden Teilnehmerfeld stark. Doch Jessica ließ sich davon nicht beeindrucken, sie ging locker in den Wettkampf. Wohl auch, weil sie sich seit Wochen durch eine Fußverletzung gehandicapt ist und nicht regelmäßig am Training teilnehmen kann. "Ich wollte den Wettkampf bestreiten, aber ohne mich unter Druck zu setzen."

Mit dieser Lockerheit ging sie auch gleich die erste Disziplin, die 60 Meter Hürden an. "Der Start verlief richtig gut", berichtete sie freudig. Auch die erste Hürde hatte Jessica gut getroffen und flog dann regelrecht über die weiteren. Das gute Gefühl trügte nicht, denn auf der Anzeigetafel blinkte eine Zeit von 9,49 Sekunden auf. Das bedeutete Bestleistung, ihre alte stand nämlich bei 9,50 Sekunden. Einen kleinen Rückschlag musste die 16-Jährige dann im Hochsprung erleiden. Sie stieg bei 1,36 Metern ein und übersprang alle Höhen bis 1,45 Minuten gleich im ersten Versuch. "Dann bin ich total verkrampft. Ich wollte wohl zu viel." Es hat dann nichts mehr gepasst, so dass Jessica dreimal die Latte über 1,48 Meter riss. Auch in der dritten Dispziplin, dem Kugelstoßen, blieb sie mit 8,68 Metern weit unter ihrer Bestleistung von 9,36 Metern. Dennoch steigerte sie sich im Vergleich zu Halle um 48 Zentimeter. Das Manko beim Stoßen war schnell ausgemacht. "Ich stoße nur aus dem Arm, ich muss die Hüfte dazunehmen und diese schneller bringen. Das Zusammenspiel hat nicht funktioniert."

Besser lief es dann wieder im Weitsprung, obwohl Jessica zunächst Probleme hatte. So stimmte beim Einspringen der Anlauf nicht. "Ich habe gemerkt, dass ich mit viel mehr Druck zum Balken gelaufen bin." Daraufhin nahm sie eine Veränderung am Anlauf vor, die sich allerdings im ersten Versuch noch nicht positiv auswirkte. Doch der zweite Versuch gab ihr dann wieder Zuversicht, den sie auf 5,30 Meter setzte. Nicht nur Jessica, sondern auch ihr Trainer schienen zufrieden.

Im abschließenden 800 Meter-Lauf musste Jessica dann in der dritten von vier Runden abreißen lassen. Die Beine wurden schwer und das fehlende Training machte sich dann ebenfalls bemerkbar. "In der vierten Runde habe ich nochmal versucht anzugreifen, aber mehr war nicht möglich gewesen." Sie überquerte nach 2:39,66 Minuten die Ziellinie.

"Auf den Leistungen lässt sich aber aufbauen", sagte sie selbstbewusst. Doch für Jessica ist die Hallensaison aufgrund ihrer Verletzung nun beendet. Statt Training gibt es Massagen für den Fuß. Für die Betreuung möchte sie sich bei der Physiotherapie Klaffke in Egeln bedanken, die sie mit Sicherheit bis zum nächsten Wettkampf, dann im Freien, wieder fit bekommt.