In freudiger Erwartung befanden sich gestern die fußballbegeisterten Schüler und Vereinsspieler in der Staßfurter Merkewitz-Halle, nicht nur aufgrund des Highlights, der Übergabe des goldenen Wanderpokals um den 3. Salzhofcup, sondern auch wegen der prominenten Gäste. Die Profis Moritz Instenberg und Philip Saalbach vom Regionalligisten 1. FC Magdeburg erfüllten über eine Stunden die Wünsche der vielen Autogrammjäger.

Staßfurt. Große Erwartungen an das zum dritten Mal ausgetragene Turnier hatten auch die Veranstalter Martin Kühnert und Stefan Rähm. "Wir wollen den Kindern in den Ferien ein besonderes Freizeitangebot unterbreiten, damit sie nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher oder der Spielkonsole sitzen", sagte Kühnert. Dafür haben er und sein Team im Vorfeld Einrichtungen und Schulen angeschrieben, damit diese mit Mannschaften teilnehmen. Sechs Teams mit Spielern zwischen zehn und dreizehn Jahren standen schließlich auf dem Parkett, dazu noch zwei Jugendmannschaften des FCM. "Das hat Tradition. Wir hatten in den letzten Jahren jeweils ein Team dabei, diesmal sind es sogar zwei", freute sich Kühnert, Mitglied des Fanclubs "Alt Staßfurt", über die Zusage der U 9 und U 10 des Regionalligisten. Seine Initiative ist nicht ganz uneigennützig. Kühnert: "Wir wollen die Jungen für Fußball und den FCM begeistern. Vielleicht wird einer der Spieler schon bald ein Mitglied in unserem Club oder wird hier entdeckt und darf mal in Magdeburg vorspielen."

Dass das nicht abwegig ist, beweist Lukas Schulze. Der Staßfurter hat den Sprung geschafft und spielt nun für den FCM. Vorher war der Neunjährige beim SV Bode Löderburg aktiv. In seinem Heimatverein wurden die Trainer schon früh auf sein Talent aufmerksam und empfahlen ihm eine Sichtung in Magdeburg. Seither fahren ihn seine Eltern zweimal in der Woche zum Training. "Wenn wir mal nicht können, springen Oma und Opa ein", sagte Yvonne Schulze, die Mutter, die keinen Zweifel daran lässt, dass die Familie Lukas auf seinem Weg unterstützt. Dieser soll ihn in zwei Jahren auf das Sportgymnasium führen. "Im nächsten Jahr sind bereits die ersten Tests", wusste Schulze. Die Trainer Werner Höhnl und Matthias Oberst bestärken den Nachwuchskicker und seine Familie in diesem Vorhaben. "Er ist bereits jetzt ein echter Überflieger und fußballerisch sehr weit für sein Alter", schwärmte Höhnl. Beim Salzhofcup in seiner Heimatstadt durfte Lukas seine Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen, "ein zusätzlicher Ansporn" für ihn und seine Mitspieler, die sich durchweg gegen ältere und körperlich überlegene Gegner behaupten mussten. Das taten sie tapfer, obwohl nach der knappen 0:1-Niederlage gegen das Kinder- und Jugendzentrum Nord (Juno) aus Staßfurt bei einigen Tränen der Enttäuschung über die erröteten Wangen kullerten.

Doch diese Momente waren im Verlauf des Turniers lediglich kleine Randerscheinungen. Vielmehr überwog bei allen Beteiligten der Spaß. Das bestätigte auch Kühnert, der den Leistungsgedanken in der Hintergrund stellte und das Motto des Turniers eher als ein "Dabei sein ist alles und jeder wird belohnt" interpretiert. So wurden nicht nur die Gewinner ausgezeichnet, "jedes Kind, das sich bewegte" erhielt zudem Preise und eine Teilnahmeurkunde. Zusätzlich waren rund um das Spielfeld der Merkewitz-Halle Aktionsstände aufgebaut, an denen die jungen Fußballer am Glückrad drehen oder auf eine Torwand schießen konnten. An dieser erreichte Alexander Köthe die Maximalpunktzahl von 100, Dennis Mewes gewann beim Jonglieren mit 96 Ballberührungen und der Elfjährige Ricardo Gomez Rodrigues hatte mit 80 Kilometern pro Stunde den schärfsten Schuss.

Den Wanderpokal um den Salzhofcup sicherte sich schließlich die Ganztagsschule "Am Tierpark" aus Staßfurt, die alle ihre sieben Partien gewann. Zweiter wurde das Kinder- und Jugendzentrum Nord, das lediglich gegen "Tierpark" mit 0:2 unterlag. Die Plätze drei und vier sicherten sich die Mannschaften des FCM, wobei sich die jüngere U 9 mit einem 4:0 vor die älteren Vereinskameraden schob.

Paul Zimmermann von "Juno" wurde zum besten Spieler geehrt und erhielt anschließend von Trainern des FCM eine Einladung zu einem Sichtungstraining. Vielleicht sitzt er eines Tages wie Instenberg und Saalbach in Staßfurt und schreibt Autogramme.

Ergebnisse: Schermen – Uhlandschule 0:2, Oldies – Kinder- und Jugendzentrum Nord (Juno) 1:3, FCM U 10 – Grundschule Nord 1:0, Tierpark – FCM U 9 2:1, Juno – Schermen 2:0, Uhlandschule – FCM U 10 0:3, FCM U 9 – Oldies 2:1, Grundschule Nord – Tierpark 0:4, Schermen – FCM U 10 1:5, Juno – FCM U 9 1:0, Tierpark – Uhlandschule 2:0, Oldies – Grundschule Nord 3:1, FCM U 9 – Schermen 1:0, FCM U 10 – Tierpark 0:3, Grundschule Nord – Juno 0:3, Uhlandschule – Oldies 0:2, Schermen – Tierpark 1:7, FCM U 9 – Grundschule Nord 1:1, Oldies – FCM U 10 3:1, Juno – Uhlandschule 2:2, Schermen – Gurndschule Nord 2:2, Tierpark – Oldies 3:0, Uhlandschule – FCM U 9 1:2, FCM U 10 – Juno 0:1, Oldies – Schermen 1:0, Grundschule Nord – Uhlandschule 0:4, Juno – Tierpark 0:2, FCM U 9 – FCM U 10 4:0

Tabelle: 1. Ganztagsschule "Am Tierpark", 2. Kinder- und Jugendzentrum Nord, 3. 1. FC Magdeburg U 9, 4. 1. FC Magdeburg U 10, 5. Oldies, 6. Uhlandschule, 7. Grundschule Nord, 8. Schermen

Bester Spieler: Paul Zimmermann (Kinder- und Jugendzentrum Nord), Bester Torhüter: Nils Angenstein (1. FC Magdeburg U 9), Bester Torschütze: Dean Justin Müller (Kinder- und Jugendzentrum Nord)