Die Niederlage hat an ihm noch genagt. Als Uwe Illig, der Trainer des HV Rot-Weiss Staßfurt II, im Anschluss an die Partie seiner Mannschaft jene der Ersten verfolgte, wurde er unweigerlich daran erinnert, was möglich ist, wenn man über viele personelle Alternativen verfügt. Diese hatte Illig zuvor nicht. Der Handball-Verbandsligist verlor gegen die SG Saaletal Reichardtswerben/Prittitz 29:32 (14:15).

Staßfurt. Doch auch mit einer "Rumpftruppe", denn die war es nach neuerlichen verletzungsbedingten Ausfällen - Martin Dittmar und Mathias Loose mussten kurzfristig passen -, hatten die Rot-Weissen vor allem in der zweiten Hälfte wenig zuzusetzen. Und dennoch, es war mehr drin. Das bestätigte auch Illig: "Wir hätten trotzdem gewinnen können."

Dass die Staßfurter den Gästen durchaus ebenbürtig waren, verdeutlicht die erste Hälfte. Nach einer guten Startphase, in der Tobias Ortmann im linken Rückraum sehr druckvoll agierte, Christian Gödde sich im Zweikampf behauptete und zweimal traf, führten sie mit 5:2. Die Chance diesen Vorsprung weiter auszubauen, wurde aber leichtfertig vergeben, zumal die SG Saaletal nach Hinausstellungen mit zwei Mann weniger auskommen musste. Die Gäste glichen wenig später aus, so dass die Partie bis zur Halbzeit offen blieb.

Doch mit zunehmender Spieldauer wurden jene Defizite sichtbar, die dem HV Rot-Weiss letztlich ein besseres Ergebnis kosteten. Zum einen fehlte es an personellen Alternativen im Rückraum, die Tino Korin und Thomas Jesse hätten entlasten können. Zum anderen deckte der Saaletaler Kenny Dober die Schwächen der Abwehr schonungslos auf. Vorzugsweise über die schnelle Mitte stieß er konsequent in die Lücken, vollstreckte selbst oder setzte seine Nebenspieler in Szene. "Ihn haben wir nicht in den Griff bekommen", befand auch Illig. Seine Mannschaft ging dennoch nur mit einem dünnen Rückstand in die Kabine - 14:15.

In der zweiten Hälfte ließ dann die Konzentration nach, unter anderem warfen die Gastgeber drei lange Pässe ins Aus. Die Fehler, "durch die wir das Spiel verlieren", häuften sich also. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Rechtsaußen Andreas Stein. Ihn ersetzte Marian Spath, der wie der ebenfalls eingesetzte Kevin Engelhardt in der A-Jugend spielt. Spath machte seine Sache gut, er erzielte zwei Treffer. Dennoch betrug der Rückstand Mitte der zweiten Hälfte sieben Tore (18:25).

Obwohl die Rot-Weissen noch einmal verkürzten (24:28), die Differenz erwies sich als zu groß, da die Saaletaler die vorhandenen Räume in der offensiven Deckung durch ständiges Einlaufen clever nutzten. "Wir konnten die Lücken nicht schließen", hatte Illig beobachtet. Seine Mannschaft kämpfte zwar bis zum Schluss, verlor jedoch mit 29:32.

"Eventuell hätten wir mehr über die rechte Seite spielen sollen, aber im Nachhinein ist man immer klüger", sagte ein enttäuschter Trainer, der seiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen konnte. "Die Einsatzbereitschaft war da", ebenso das Potenzial, das durchaus in der Mannschaft steckt. Die Siege über Halle und Kühnau haben es bewiesen. Doch momentan sind die Alternativen rar, womit auch das folgende Auswärtsspiel in Dessau wieder zu einer Belastungsprobe wird.

HV Rot-Weiss Staßfurt II: Rösler, A. Jesse - Stein, Th. Jesse (2), Korin (6), Gödde (8), Illig, Jedlitschka (3), Ortmann (4), Panzer (4), Engelhardt, Spadt (2)

SG Saaletal: Kuckuk, Laukner, Stöckl - Sträletzky (3), Müller (3), Laue (3), Eichentopf, Poschwitz (5), Korn (2), Jänckel (2), Faust (1), Dober (9), Wedwitschka (3), Rumler (1)

Strafwürfe: HV Rot-Weiss II 5/6 - SG Saaletal 3/4; Zeitstrafen: HV Rot-Weiss II 7 - SG Saaletal 8