Staßfurt. Viele Gründe, sich zu freuen und zu lachen, hatten die Volleyballerinnen des VC 97 Staßfurt in letzter Zeit nun wahrlich nicht. Im Regionalliga-Heimspiel gegen die SG Rotation Prenzlauer Berg II war es aber mal wieder soweit, die Mannschaft von Trainer Torsten Multischewski führte nach drei sehenswerten Sätzen mit 2:1. Es war eine gelöste Stimmung und eine Bestätigung dessen, dass kleine Erfolgserlebnisse Ansporn zu guten Leistungen geben, die jedoch am Ende abermals nicht zum erhofften Sieg reichten. Staßfurt verlor mit 2:3 (23, -22, 21, -16, -10).

Marén Schulz war die Erste, die die Hände nach dem ersten Satzgewinn in die Höhe reckte, lange Zeit aber auch die Einzige. Erst nach dem Gewinn des dritten Satzes stimmten ihre Teamkolleginnen ein, jubelten, klatschten, machten sich Mut. Das Unmögliche, mit einem Sieg den letzten Funken Hoffnung auf den Klassen- erhalt am Leben zu erhalten, schien nach drei respektablen Durchgängen auf einmal möglich. Zuvor hielten sie die drei gespielten Sätze allesamt ausgeglichen. Den umkämpften ersten gewannen die Staßfurterinnen mit 25:23, brachten sich dabei kurz vor Ende fast um den Lohn der Mühen, als sie nach zwei missglückten Angriffsbällen und einem ungünstig postierten Block die 18:16-Führung aus der Hand gaben und mit 18:20 in Rückstand gerieten. Doch durch Moral und direkte Punkte von Maxi Scheuermann, die vorwiegend durch die Mitte erfolgreich war, gewannen sie den Satz 25:23.

Im zweiten folgte ein furioser Auftakt. Schulz servierte druckvolle Aufschläge, im Feld gab ihr Team keinen Ball verloren, es führte mit 8:2. Die Gäste kämpften sich zwar zurück, vorwiegend über ihre schlagkräftigen Außen, doch abermals Scheuermann und ein Ass von Paula Elze sorgten für die neuerliche Führung - 19:18. Nach dem dritten Aufschlagsfehler und zwei strittigen Punktevergaben zugunsten der Gäste verlor der VC 97 Durchgang zwei.

Doch der Satzverlust warf die Staßfurterinnen nicht um, im Gegenteil, wieder bestimmten sie die Anfangsphase, ebenso im vierten Durchgang. Die SG Rotation brauchte jeweils einige Minuten, um ins Spiel zu finden. Dessen bewusst war sich auch Gäste-Trainer Klaus Helmke, der ab Mitte des dritten Satzes jede Aktion seiner Mannschaft kommentierte, sie nach vorn trieb, sie anhielt, nicht nachzulassen. Das war auch nötig, denn die Staßfurterinnen punkteten durch Scheuermann, Nadine Rohde und Antje Reulecke, hatten auch in der Blockarbeit gute Szenen. Satz drei konnte der VC 97 so für sich entscheiden, doch spätestens ab Mitte des vierten Durchgangs brachen sie ein. Die Kraft ließ nach, auch weil das Wechselkontingent begrenzt war. Lediglich Reulecke sorgte für Entlastungsphasen, sie kam vorzugsweise für Rhode, zudem wechselte Scheuermann stetig mit Libera Sylvia Bock. Allein es half nichts, nach dem 16:25 im vierten hatten die Staßfurterinnen im Tie-Break nichts mehr entgegenzusetzen - die Gäste gewannen diesen mit 15:10.

"Uns haben die Alternativen gefehlt, zudem haben noch drei Spielerinnen am Vormittag bei der U 20-Landesmeisterschaft gespielt", sagte Trainer Multischewski zu den Gründen, warum die Staßfurterinnen jubeln durften, nur nicht am Ende. Sein Gegenüber Helmke indes konnte sich auch nicht so richtig freuen: "Wir hatten in Staßfurt immer tolle, spannende Spiele, mussten uns immer zur Wehr setzen. Es ist sehr schade, dass Staßfurt absteigen muss."

VC 97: Bock, Rohde, Elze, Glootz, Scheuermann, Wagner, Schulz, Ackermann, Reulecke