Sarah Mater bevorzugt Pässe, die sehr weit nach Außen gehen, um dann druckvoll angreifen zu können. Darauf musste sich Zuspielerin Luisa Glootz vom VC 97 Staßfurt am Sonnabend bei der weiblichen U 20 Volleyball-Landesmeisterschaft erst einmal einstellen. "Das Zuspiel auf Sarah muss ganz genau abgestimmt werden", weiß auch Trainer Jochen Scheuermann. Das funktionierte nicht immer, dennoch gelang dem VC 97 die Titelverteidigung. Er bezwang in einem spannenden Finale den SV Braunsbedra mit 2:1 (25:20, 18:25, 15:10).

Staßfurt. Der Tipp von Scheuermann, der schon früh sein Team und den SV Braunsbedra im Finale sah, ging auf. Eine Überraschung war das also nicht, denn beide Mannschaften zählten von Beginn an zu den Favoriten. Zudem hatte Scheuermann die Qual der Wahl, denn für das Turnier standen ihm zwölf Spielerinnen zur Verfügung.

In den Vorrundenspielen gönnte er all seinen Schützlingen Einsatzzeiten. Er schickte im ersten Satz den Stammsechser mit Glootz, Paula Elze, Corinna Zander, Sarah Mater, Nadine Rohde und Julia Helm auf das Parkett, um dann im zweiten Durchgang durchzuwechseln. Die Partien gegen den USC Magdeburg (2:0) und den SV Martineum Halberstadt (2:0) entwickelten sich zu klaren Angelegenheiten, obwohl die Staßfurterinnen immer einige Minuten brauchten, um in den Partien anzukommen. "Sie mussten sich erst finden", hatte Scheuermann beobachtet. So häuften sich beispielsweise Annahmefehler und es gab Probleme in der Abstimmung. Das fiel aber gegen Magdeburg nicht weiter ins Gewicht, denn der VC 97 kam insbesondere über Aufschlagserien durch Rohde oder Glootz zum Erfolg.

Im Halbfinale traf der VC 97 auf den Zweitplatzierten der Gruppe B, den SV Dessau. Allerdings musste Scheuermann in dieser Partie auf Elze, die über Rückenschmerzen klagte, verzichten. Die Staßfurterinnen meisterten die Aufgabe souverän. Im Block wussten Zander und Glootz zu überzeugen. Auf den Außen setzten Rohde und Mater mit ihren druckvollen Angriffen die Akzente. Auf der Liberaposition glänzte Bock mit guten Annahmen und machte ihrer Teamkollegin Julia Gensch, die im zweiten Satz auf dieser Position zum Einsatz kam, Mut. Die Nervosität legte Gensch aber schnell ab und fügte sich gut in die Mannschaft ein, so dass Dessau mit 2:0 (25:16, 25:19) besiegt wurde.

Das Finale war an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. "Es war ein schönes Endspiel", befand Scheuermann. Im ersten Satz hatte sein Stammsechser bereits mit 11:17 zurückgelegen. Eine Auszeit zeigte Wirkung und der VC 97 kämpfte sich durch eine Aufschlagserie von Rohde, die zehn Punkte in Folge erzielte, zurück ins Spiel und zum Satzgewinn - 25:19. Den zweiten Durchgang gewann der SV Braunsbedra überlegen mit 25:16. Im Tie-Break hatte Braunsbedra ebenfalls mit 8:7 geführt, ehe der Gastgeber erneut über die Aufschläge zum Erfolg kam - 15:10. Danach war die Freude beim VC 97 groß, während der SV Braunsbedra deprimiert das Parkett verließ.

VC 97: Paula Elze, Sylvia Bock, Luisa Glootz, Sarah Mater, Nadine Rohde, Marie Flieger, Anna-Lisa Schmitz, Annalena Hoppe, Julia Helm, Corinna Zander, Julia Gensch, Franziska Schulze

Ergebnisse: Gruppe A: Braunsbedra - Dessau 2:0, Wolfen - Dessau 1:2, Braunsbedra - Wolfen 2:0; Gruppe B: Staßfurt - Magdeburg 2:0, Halberstadt - Magdeburg 2:0, Staßfurt - Halberstadt 2:0

Zwischenrunde: Braunsbedra - Halberstadt 2:0, Dessau - Staßfurt 0:2; Spiel um Platz 5: Wolfen - Magdeburg 2:0; Spiel um Platz 3: Halberstadt - Dessau 2:0; Endspiel: Braunsbedra - Staßfurt 1:2