René Schulze weiß worauf es in der Fußball-Verbandsliga ankommt. Immer wieder betonte der Trainer des SV 09 Staßfurt, dass ein konzentriertes Auftreten über 90 Minuten wichtig ist. Dieses ließ sein Team nämlich in den vergangenen Partien wie zuletzt gegen den Oscherslebener SC vermissen und wurde mit zwei Gegentreffern bestraft. Das soll sich am besten morgen um 15 Uhr nicht wiederholen, was angesichts der Aufgabe, die SV Grün-Weiß Piesteritz heißt, nicht leicht werden wird.

Staßfurt. Trotz des schwachen Rückrundenstarts, der SV 09 verbuchte erst einen Zähler auf der Habenseite, lassen sich die Staßfurter nicht unterkriegen. "Die Stimmung ist positiv. Die Spieler versuchen keine negative Stimmung aufkommen zu lassen", wie Mannschaftsleiter Ralf Gurn immer wieder beim Training beobachtet. Doch nach den zuletzt bitteren Niederlagen wie gegen den VfB Sangerhausen (1:3) und den Oscherslebener SC (0:2) waren vor allem die psychologischen Fähigkeiten von Schulze und Gurn gefragt. "Wir versuchen die Fehler relativ sachlich und nüchtern zu analysieren und dabei die positiven Dinge zu betonen", erklärt Gurn. Das waren beispielsweise die zahlreichen guten Möglichkeiten, die sich das Team in den vergangenen Partien erarbeitete. "Es hat sich dafür aber nicht belohnt", weiß Gurn um das Hauptmanko. Im Gegenzug ließ es dann phasenweise die Konzentration vermissen und wurde dafür bestraft. "Das Team muss lernen auch nach 60 Minuten die Geduld zu bewahren." Auf diese beiden Faktoren - Geduld und Konzentration - wird es also auch morgen ankommen. Die Rollen sind dann aber klar verteilt. "Wir gehen als krasser Außenseiter in die Partie", so Gurn.

Anders die Situation beim SV Grün-Weiß Piesteritz, der sich zuletzt in sehr guter Verfassung präsentierte. "Wir wollen im Pokal und in der Meisterschaft ein gehöriges Wort mitreden und liegen derzeit voll im Soll", reißt Uwe Ferl die Zielstellung klar an. Besonders stolz zeigte er sich von der Leistung seines Team in den vergangen Wochen, als es in der personell angespannten Situation noch näher zusammenrückte. Das zeigte sich unter anderem im Defensivverhalten. In den vergangenen drei Spielen stand hinten jeweils die Null. Die Piesteritzer stellen mit gegenwärtig 15 Gegentreffern die beste Abwehr der Liga. Das Sorgenkind der vergangenen Saison entwickelte sich zu einem wahren Erfolgsfaktor. Ferl begründet dies in einer Systemumstellung vom 4-4-2 auf das 4-2-3-1.

Doch auch in der Offensive sind die Grün-Weißen gut aufgestellt. "Eigentlich strahlen wir", so Ferl "auf jeder Position Torgefahr aus und sind dadurch nur schwer ausrechenbar". Da verwundert es auch nicht, dass derzeit ein Mittelfeldspieler mit Ladislav Stefke (7) und ein Abwehrspieler mit Florian Freihube (6) die interne Torschützenstatistik anführen. Die beiden können morgen wieder etwas für ihr Torkonto tun, wie auch die Staßfurter.

Allerdings muss Ferl für die morgige Partie Stürmer Sascha Zacke (Sprunggelenk), Teobaldo da Luz Wellington (Oberschenkelprellung) und Oliver Hinkelmann ersetzen. Bei den Staßfurtern wird Daniel Ponickau weiterhin fehlen. Hinter dem Einsatz von Danny Tonn (Erkältung) steht noch ein Fragezeichen.