Staßfurt (gbö). Es ist das Jahr 1950. Ein fußballbegeisterter junger Mann schaut nach einer Eignungsuntersuchung erwartungsfroh dem untersuchenden Arzt in die Augen. Doch dieser winkt ab. "Mit diesen Füßen, junger Mann, wird das nichts". Der zufällig anwesende Sektionsleiter Schach vom Sportverein Aktivist Staßfurt ergreift seine Chance und überredet Wolfgang Koch, stattdessen Schach zu spielen. "Das könne er auch noch im Rentenalter", so wirbt er. Aus dieser flapsigen Werbung wurde Realität.

Koch meldet sich im August 1950 in der Sektion Schach der BSG Aktivist Staßfurt an und vertieft seine bereits vorhandenen Kenntnisse in der Jugendmannschaft systematisch. Kein geringerer, als der spätere internationale Großmeister Dr. Burkhard Malich saß damals vor ihm an den schwarzweißen Brettern. Er beeinflusste das Spielverständnis von Koch maßgeblich.

Es ist geprägt von einem starken Sicherheitsdenken: "Schlage mich, wenn du kannst". Nach diesem Denkmuster organisierte er vorwiegend seine Partieaufstellungen. Konfrontiert mit dieser Philosophie hatten es seine Gegner schwer, Koch mehr als ein Remis abzuringen. In seiner nunmehr 60-jährigen aktiven Laufbahn wurde an Koch zweimal die Ehrennadel in Silber durch den Deutschen Turn- und Sportbund der DDR verliehen. Einmal wurde ihm durch den deutschen Sportbund diese Auszeichnung in Gold zuteil. Mit diesen Ehrungen wurde auch seine langjährige vorbildliche Arbeit als Kreisfachausschussvorsitzender gewürdigt. Darüber hinaus wurde ihm von seinem Sportverein, dem SV Salzland Staßfurt, wegen seiner Verdienste um die Förderung des Staßfurter Schachlebens die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt.

Noch heute hat ihn seine Leidenschaft nicht losgelassen. Am Computer verbringt er viele Stunden und löst knifflige Schachaufgaben, um, wie er mit einem Augenzwinkern zu seiner verständnisvollen Ehefrau Doris bemerkt, seine grauen Zellen in Bewegung zu halten. Seine Schachsportkollegen freuen sich mit Wolfgang Koch und seiner Frau über seine Genesungsfortschritte nach einer schweren Erkrankung und wünschen dem sympathischen Ehepaar Freude am Sein, mit und ohne Schach.