Staßfurt (sam). Sebastian Schliwa und Stefan Wiederhold ergänzen sich trotz des Konkurrenzkampfs auf der Torhüterposition gut. Das zeigten beide am Sonnabend in der Partie des Mitteldeutschen Handball-Oberligisten HV Rot-Weiss Staßfurt gegen den HSV Ronneburg insbesondere in einer Szene. In einer von Trainer Reiner Baumgart kurz vor dem Ende der ersten Hälfte genommenen Auszeit eilte Schliwa an den Spielfeldrand zu Wiederhold, der ihm wertvolle Tipps für sein Stellungsspiel gab. "Wir verstehen uns beide richtig prima", betonte Schliwa, der dann für den glücklos agierenden Wiederhold zwischen die Pfosten wechselte. "Da leidet man auf der Bank bei jedem Angriff richtig mit, wenn der Ball im Tor landet. Es ist schade, dass Stefan so früh raus musste", meinte der 18-Jährige. Doch der Wechsel sollte sich am Ende auszahlen. In die Pause ging es für die Rot-Weissen mit einem Drei-Tore-Rückstand - 13:16.

Den Weg in die Kabinen ersparten sich Wiederhold und Schliwa, der den Grund erklärte: "Wir bleiben auf dem Parkett, weil so nicht die Gefahr besteht, dass wir kalt werden, und um die Konzentration oben zu halten." Stattdessen ließen sich beide von den Reservespielern "Würfe auf das Tor hauen".

Der Motor von Schliwa lief dann in der zweiten Hälfte richtig heiß. So parierte er gleich die erste Angriffsaktion der Thüringer nach der Pause. "Das war wohl die Initialzündung", schätzte er ein. Diese wurde von den Fans und Zuschauern mit viel Applaus honoriert. "Wenn die Halle da ist, dann fühle ich mich wohl und dann geht es richtig los." So wie ab der 40. Minute, als Schliwa drei entscheidende Bälle entschärfte und sein Team, das einen Rückstand (16:19) in eine Führung (21:19) drehte, auf Kurs hielt. "Ich freue mich über die Leistung, aber wichtig ist, dass auch die Abwehr steht." Am Ende lagen sich dann alle in den Armen und feierten den vierten Sieg (28:26) in Folge.

Getreu dem Motto des Tages, welches Baumgart vor dem Spiel an die Tafel in der Kabine schrieb: "Mit einem Sieg gegen Ronneburg heute die Klasse sichern." Das Ziel dürfte wohl erreicht sein, unter anderem dank Sebastian Schliwa.