Bereits in Bernburg hatte Matthias Loose nach seiner siebenwöchigen Verletzungspause (Mittelfußbruch) eine ordentliche Partie abgeliefert. Der Rechtsaußen des Handball-Verbandsligisten HV Rot-Weiss Staßfurt II knüpfte am Sonnabend gegen den Weißfelser HV an diese Leistung an. Er trug mit seinen zwölf Treffern, davon vier Siebenmeter, maßgeblich zum 31:26 (12:15)-Erfolg bei. Damit bauten die Rot-Weissen ihre Siegesserie auf vier aus und kletterten auf den sechsten Tabellenplatz.

Staßfurt. Danach sah es zu Beginn noch nicht aus, denn bereits nach zehn Minuten musste Stefan Jedlitschka nach einer Tätlichkeit an seinem Gegenspieler das Parkett verlassen. Unverständlich für Trainer Uwe Illig, der hektisch an der Seitenlinie agierte und vom Schiedsrichter eine Erklärung forderte: "Ich wollte wissen, was er gemacht hat." Erst von seinem Schützling erfuhr er genaueres. "Er hat sich nur verteidigt, weil er zuvor die Faust des Gegners im Unterleib zu spüren bekam", wusste Illig zu berichten. Der Unparteiische sah nur das Vergehen des Staßfurters und schickte ihn daraufhin auf die Bank. Auf Rückraum Mitte, die Position von Jedlitschka, rückte dann Jan Illig.

Zunächst gestalteten beide Teams die Partie bis zum 10:10 ausgeglichen. Doch eine Abschlussschwäche des Gastgebers, er verwertete seine Chancen insbesondere über die Außenpositionen nicht, nutze dann Weißenfels für sich - 10:14. Die Gäste präsentierten sich nicht nur zielsicherer, sondern auch beweglicher und spielten auf hohem Niveau, so dass das Team von Trainer Jürgen Hosenheinrich mit einem Drei-Tore-Vorsprung in die Pause ging.

Dass die Staßfurter in der zweiten Halbzeit das Ruder noch rumreißen würden, machte Illig an der Tatsache fest, "dass Weißenfels nicht über einen großen Kader verfügte", sie reisten nur mit zehn Akteuren an, und "dass sie das hohe Tempo nicht über die gesamte Spielzeit halten können". Illig sollte mit seiner Aussage recht behalten. Seine Mannschaft startete stark in die zweiten 30 Minuten. So stand nun auch die offensiv ausgerichtete 6-0-Abwehr besser, es wurden einige Würfe geblockt. Auch im Angriff legten die Staßfurter zu. Insbesondere eine taktische Umstellung sollte sich auszahlen. So rückte Tino Korin von Halbrechts auf die halblinke Position von Thomas Jesse. "Tino hat sich auf der Seite gut durchgesetzt und für ordentlich Druck gesorgt", hatte Illig beobachtet. Während also die Weißenfelser, die aus einer 5-1 agierten, hauptsächlich mit Korin beschäftigt waren, wusste Loose die sich bietenden Lücken gut zu nutzen. Der Gastgeber verkürzte den Rückstand und glich zum 18:18 aus. Die Weißenfelser mussten dem hohen Tempo aus Halbzeit eins Tribut zollen. Es schlichen sich Unkonzentriertheiten ein, Abschlüsse wurden zu früh gesucht, so dass der Gastgeber insbesondere durch sein schnelles Spiel nach vorn zu Erfolgen kam und zum 24:20 enteilte. Zwar kamen die Gäste nochmals auf zwei Treffer heran, aber die Staßfurter bewahrten die Ruhe und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Staßfurt II: Rösler/A. Jesse - Stein (1), Th. Jesse (4), Korin (3), Gödde (3), Illig (1), Jedlitschka, Loose (12), Tomm (6), Panzer (1)

Weißenfels: Vogt/Wyremba - Wrobel (7), Schmoeckel (6), Fuchs (5), Radam (4), Kunth (3), Zeigermann (1), Weniger, Braun

Siebenmeter: Staßfurt II 5/4 - Weißenfels 4/3; Zeitstrafen: Staßfurt II 8 - Weißenfels 8; Rot: Stefan Jedlitschka (10./Staßfurt)