Wenn etwas die Schwäche der Handballerinnen des HC Salzland 06 in dieser Saison schonungslos offenbart, dann ist es die Bilanz der geworfenen Tore. 387 stehen dort zu Buche, damit bildet die Mannschaft von Trainer André Hein die zweitschlechteste Offensive der Liga, vor Schlusslicht Jena. "Es krankt im Angriff", stellte Hein fest. Auch am Sonnabend in der Partie gegen den TSV Niederndodeleben fanden lediglich 17 Versuche ihr Ziel, der Mitteldeutsche Oberligist verlor mit 17:20 (9:8).

Aschersleben. Um eine Lanze für die Salzländerinnen zu brechen, die Offensivschwäche fiel in vielen Partien, insbesondere in jenen nach dem missglückten Saisonstart, nicht weiter ins Gewicht. Die Mannschaft überzeugte vor allem in der Defensive, so auch gegen den TSV. Als Elisabeth Günther zum 2:0 traf, waren bereits neun Minuten gespielt. Bis dato ließ der HCS-Abwehrriegel mit dem Innenblock um Silke Ruthe und Anne Pätzold nichts zu, Ruthe überzeugte mit Schnelligkeit und Laufbereitsschaft, schloss entstandende Lücken in Sekundenbruchteilen. "Wir hatten arge Probleme gegen die offensive Deckung", hatte Gäste-Trainerin Ilka Bierhals beobachtet. "Zudem waren wir aufgrund der Abstiegsgefahr nervlich angespannt." Erst TSV-Regisseurin Silke Herbst erzielte nach gut zehn Minuten den ersten Treffer - 2:1.

Obwohl sich Salzland kurzzeitig mit drei Treffern absetzte - Nicole Kramer erzielte per Konter das 4:1 - dominierten im weiteren Verlauf die Abwehrreihen beider Teams. Hinzu kamen viele Fehler im Spielaufbau, den man mit den Attributen nervös und zerfahren umschreiben kann. Ruthes Treffer zum 9:6 von der Strafwurflinie sollte der letzte "komfortable" Vorsprung für den HCS bleiben, dem anschließend in Unterzahl nur wenig einfiel, nachdem Pätzold gegen Daniela Schottstedt zu ungestüm zu Werke ging. Sie kassierte eine Zeitstrafe, der HCS einen Siebenmeter, so dass Niederndodeleben bis zur Pause zum 9:8 anschloss.

In Hälfte zwei begann der HCS konsequent, Pätzold und Stephanie Jäger schlossen gelungene Kombinationen sicher zum 11:8 ab. Doch danach verstanden es die Salzländerinnen nicht, die guten Ansätze fortzusetzen, sie ließen viele Chancen liegen. "Die Hauptursache waren die 100 Prozentigen. Davon haben wir mindestens eine Hand voll nicht genutzt", sagte Hein, dessen Team umgehend den Ausgleich kassierte und anschließend verunsichert wirkte gegen eine gut agierende 5-1-Abwehr der Gäste mit Anika Wilke auf der Spitze. Sie war der Ausgangspunkt für das schnelle Umkehrspiel, bei dem sich nun verstärkt Veronika Bange hervortat. Sie schloss sicher ab, der TSV führte mit 16:13. Als Pätzold mit einem Distanzwurf und Maria Geipel nochmals zum 17:18 anschlossen, keimte etwas Hoffnung auf, doch Bange und Mandy Mainka stellten schließlich die 17:20-Heimniederlage der Salzländerinnen sicher. "Wir hatten vor allem in der ersten Halbzeit einige Lichtblicke, die Abwehr stand stark. Doch letztlich ist die Niederlage verdient", sagte Hein, dessen Ziel, ein ausgeglichenes Punktekonto zu erzielen, bis auf Weiteres verschoben werden muss.

HCS 06: Schöne, Tarczewska - Ruthe (4), Pätzold (5), Block, Fiedler, Kramer (2), Günther (2), Geipel (2), Jäger (2), Stein, Reinl

TSV: Reimer, Meier - Bange (8), Neuhaus, Herbst (1), Ohm, Wilke (1), Wolf, Schottstedt (1), Brunke (5), Mainka (2), Bollmann (2)

Strafwürfe: HCS 5/3 - TSV 2/2; Zeitstrafen: HCS 2 - TSV 4