Naumburg (mnd). In jedem Fall war es ein besonderes Spiel für die Fußballer des SV 09 Staßfurt. Zum ersten Mal stand nicht René Schulze, der mit dem SV 09 über mehrere Jahre Freud und Leid geteilt hatte, an der Seitenlinie. Stattdessen gab Peter Köhler sein Debüt, der nun bis zum Saisonende dem Verbandsligisten in freud-, aber auch in leidvollen Momenten zur Seite stehen wird. Davon erlebte die Mannschaft beim Schlusslicht Naumburger SV sicher beides, sie trennte sich 1:1 (0:0)-unentschieden.

Präsident Rüdiger Rüchardt erklärte die Partie im Vorfeld zum Schicksalsspiel. In der momentanen Situation erwartet er nichts anderes als einen Sieg. An diesem waren die Staßfurter nah dran, sehr nah. Es dauerte bis zur 86. Minute als die Gastgeber den Traum des SV 09 von drei Punkten begruben. Der eingewechselte Torsten Menzel lief von der halblinken Position allein auf Tobias Witte zu und ließ dem Staßfurter Torhüter keine Chance - 1:1. "Wir haben uns einen leichtsinnigen Ballverlust geleistet", begründete Köhler die Entstehung des Naumburger Treffers, der den 05ern sicherlich weniger weiterhilft, als er den Staßfurtern schmerzte.

Denn zuvor waren die Staßfurter, bis auf die Anfangsviertelstunde, tonangebend, erarbeiten sich bereits in Hälfte eins vielversprechende Chancen. "Wir haben vergessen, das Tor zu machen", sagte Köhler, dessen Team mit einem 0:0 den Gang in die Kabine antrat.

Die ersten 20 Minuten in der zweiten Halbzeit gehörten dann zu den besten der gesamten Partie. In diesen setzten die Staßfurter den Gegner unter Druck und zwangen ihn zu Ballverlusten. So auch in der 63. Minute, als nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte Denny Piele auf der rechten Seite in Szene gesetzt wurde. Piele spielte Matthias Härtl frei, der allein auf 05-Torhüter Stefan Leger zulief und sicher verwandelte. "Er ist ein Führungsspieler. Das hat er in Naumburg unter Beweis gestellt und wird es auch in den nächsten Partien unter Beweis stellen", lobte Köhler den Torjäger, der zuletzt unter Ladehemmung litt. "Er hat nichts von seiner Qualität eingebüßt", ist sich der Coach sicher.

In der Folgezeit verpassten es die Staßfurter, "Naumburg den Gnadenstoß zu verpassen". "Wir haben den Kopf nicht oben gehabt", befand der Trainer, der mit ansehen musste, wie seine Mannschaft die Bälle unkontrolliert nach vorn spielte und so den Gegner wiederholt in Ballbesitz brachte. Bis zu 85. Minute blieb dies ohne Folge, dann jedoch verhinderte der Ausgleich nicht nur einen gelungenen Einstand von Köhler, sondern auch die Möglichkeit, sich weiter von der bedrohten Zone abzusetzen. "Immerhin haben wir den Abstand zu Naumburg gewahrt", konnte Köhler der Punkteteilung etwas Positives abgewinnen. Dennoch verringerte sich der Abstand zum ersten Abstiegsplatz auf drei Zähler, da Völpke mit 1:0 gegen Romonta Amsdorf gewann.

Dennoch: "Das Ziel Klassenerhalt ist machbar, wenn wir alle an einem Strang ziehen." Und Köhler ist vor den nächsten Aufgaben nicht bange: "Warum sollen wir nicht auch mal einen Großen ärgern." Gelegenheit dazu hat der SV 09 bereits am kommenden Sonnabend, dann gastiert der Zweite Haldensleben in Staßfurt.

Naumburg: Leger - Eschrich, Vincenz (80. Stößel), Schulze, Borchmann, Krause, M. Reinicke, Lehwald (75. Pastuschek), A. Reinicke, Schneider (75. Menzel), Lützkendorf

Staßfurt: Witte - Stachowski, Oehme, Liensdorf, Adam Härtl, Piele, Drachenberg (90. Limpächer), Roldan-Arias, Tonn, Mähnert (83. Jesse)