Peter Köhler versprüht Optimismus. "Das Glas ist halbvoll. Wir haben noch sieben Spiele vor uns und es sind noch 21 Punkte zu vergeben. Wir müssen nach vorne schauen", sagt der Trainer des abstiegsbedrohten Fußball-Verbandsligisten SV 09 Staßfurt zur aktuellen Situation. Der Vorsprung zur Abstiegszone beträgt drei Zähler. Das ist nicht viel, angesichts der Tatsache, dass die Verfolger - der TSV Völpke und der Naumburger SV - immer für eine Überraschung gut sind. Für diese will der SV 09 morgen sorgen, wenn er um 15 Uhr den Tabellenzweiten Haldensleber SC im Stadion der Einheit empfängt.

Staßfurt. Die jüngsten Ergebnisse sollten den Staßfurtern vor allem Zuversicht geben. Das Team ist seit drei Begegnungen ungeschlagen, verfährt aber gegenwärtig nach dem Prinzip: "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen." So wanderten an den vergangenen drei Spieltagen lediglich drei Zähler auf das Konto, obwohl die Elf von Köhler zumindest am vergangenen Wochenende die Chance auf ihren sechsten Saisonsieg hatte. "Wir hätten gewinnen können, aber am Ende war es doch eine gerechte Punkteteilung", wusste Köhler, der sich aber immer noch über den Gegentreffer vier Minuten vor dem Schlusspfiff ärgerte. Ansonsten wäre es ein mehr als gelungener Einstand geworden, er übernahm das Amt von René Schulze.

Der Blick ist nun wieder nach vorn gerichtet ist. In der Woche folgten intensive Gespräche mit den Akteuren. "In diesen sollten die Spieler sagen, wie sie sich die Zusammenarbeit vorstellen und was man verändern könnte." Es wurde aber nicht nur geredet, sondern auch trainiert. So lag der Schwerpunkt auf der Abwehrarbeit, denn in der Defensive kränkelt es gehörig.

Staßfurt besitzt die zweitschlechteste, ließ das Team doch bereits 55 Gegentreffer zu. Daher würde sich Köhler morgen besonders freuen, "wenn hinten die Null bis zum Abpfiff stehen würde". Dafür steht ihm Abwehrchef Björn Friedrichs wieder zur Verfügung. Allerdings stehen hinter den Einsätzen von Keeper Tobias Witte und Oliver Drachenberg (beide Knieprobleme) noch Fragezeichen. "Das Minimalziel", so Köhler, "ist ein Punkt. Alles was darüber hinausgeht, wäre noch besser." Zudem haben sich die Staßfurter auf die Fahne geschrieben, "einen Großen zu ärgern". Dazu haben sie nun morgen die Gelegenheit.

Während der SV 09 um den Klassenerhalt kämpft, schielt der Haldensleber SC nach ganz oben, auf den Spitzenplatz. Das Team von Trainer Stephan Grabinski trennen gegenwärtig vier Punkte vom Platz an der Sonne, auf dem die SG Union Sandersdorf steht. "Wir schauen aber nicht auf das, was die anderen machen, sondern wir müssen uns auf uns konzentrieren." Das hat einen bestimmten Grund, denn von der Souveränität aus der Hinrunde ist beim Tabellenzweiten nicht mehr viel zu spüren. Die zuletzt schwankenden Leistungen kann sich Grabinski nicht erklären. "Wir schaffen es einfach nicht, die sehr gute Trainingsleistung auf die gesamte Spielzeit zu übertragen." Zuletzt offenbarte seine Elf insbesondere Schwächen im Abschluss. "Da sind wir nicht konsequent genug." Sie war außerdem anfällig bei Kontern. Den zweiten Platz halten, das ist daher das Ziel von Grabinski, denn auf den weiteren Rängen lauern punktgleich der FC Grün-Weiß Piesteritz und der MSV Preussen Magdeburg. Für dieses Vorhaben muss er auf Abwehrspieler Maik Stach und Keeper Halil Ibrahim Özcelik, die in der jüngsten Partie gegen den Oscherslebener SC die rote Karte sahen, verzichten.