Daniel Ebeling arbeitete wie immer viel nach vorn. Der 26-Jährige bewies auf der rechten Flügelseite viel Übersicht, er wirkte spritzig und sorgte mit seiner Antrittsschnelligkeit für viel Gefahr. So bereitete er beispielweise in der sechsten Minute für die Landesklasse-Fußballer der ZLG Atzendorf im Nachholspiel gegen den SV Altenweddingen den Führungstreffer vor. Seine Eingabe verwertete dann Stürmer Andreas Ingler, der im weiteren Verlauf noch zweimal einnetzte und den Gastgeber am Donnerstagabend zum 3:1 (1:0)-Erfolg führte.

Atzendorf. Ein schöneres Abschiedsgeschenk hätten die Atzendorfer ihrem Verteidiger David Rehbein nicht bereiten können. Er absolvierte nämlich seine letzte Partie im Trikot der Blau-Weißen, ihn zieht es berufsbedingt in Richtung Bayern. Bernhard Knoll aus dem Trainergespann mit Steffen Grohe lässt Rehbein natürlich nur ungern ziehen. "Für uns ist es natürlich nicht so schön, dass er uns verlässt, aber wir freuen uns, dass es bei ihm mit einer Arbeit geklappt hat."

Dieser Erfolg bedeutete den Atzendorfern aber noch mehr, denn dadurch baute die ZLG den Vorsprung zur Abstiegszone auf nun zehn Zähler aus und hält somit Anschluss zum Mittelfeld. Schiedsrichter Helmut Lampe als neutraler Beobachter des Spiels hatte sich bereits im Vorfeld festgelegt: "Wer diese Partie gewinnt, der hat mit dem Abstieg nichts mehr zu tun." Die Atzendorfer präsentierten sich keinesfalls wie ein Absteiger und zeigten sich nur vier Tage nach der schwachen Vorstellung und der unglücklichen 2:3-Niederlage gegen den TSV Hadmersleben gut erholt.

Beide Teams agierten von Beginn an druckvoll nach vorn. So dauerte es nicht lange, es war die sechste Minute, als Ingler nach Vorarbeit von Ebeling zur 1:0-Führung traf. In der Offensive blieben die Gäste allerdings zu harmlos, so war spätestens vor dem gegnerischen Strafraum Endstation, denn die Abwehr um Silvio Franzelius war gut organisiert. Allerdings strahlte Altenweddingen insbesondere bei Standards beispielsweise in der 25. Minute viel Gefahr aus. Bei einem von Mirko Stieler ausgeführten Freistoß aus etwa 20 Metern musste sich ZLG-Keeper Sascha Eisenträger schon mächtig strecken, um diesen noch über die Latte zu lenken. Doch auch der Gastgeber erarbeitete sich weiterhin gute Gelegenheiten, die insbesondere über die rechte Flügelseite eingeleitet wurden. Doch bis zur Halbzeitpause ließ Steven Thiele im gegnerischen Gehäuse nichts mehr zu.

Das änderte sich in Hälfte zwei, vor allem in den letzten 20 Minuten, als Ingler mit einem Doppelschlag für die Vorentscheidung sorgte (72./78.). Der Gastgeber schien noch mehr zu wollen. "Die Abwehr hat sich hinten gelöst und investierte mehr mit nach vorn", kritisierte Knoll die Nachlässigkeit. Ein kapitaler Fehler, denn die dadurch entstandenden Räume nutzten die Gäste zum Anschluss - 3:1 (81.).

Dennoch hatte Knoll angesichts der "drei toll herausgespielten Treffer" seinen Spaß an der Seitenlinie und das lag nicht nur an Daniel Ebeling.

Atzendorf: Eisenträger - Franzelius, Sündermann, Rehbein, Sura (79. Voigtländer), Brüggemann (90. Knoll), Schleysing, Mühlenberg, Ebeling, Ingler, Reuscher (61. Graichen)

Altenweddingen: Thiele - Köppe, Luster, Herzog, Ruffert, Stieler, Lucht, Mootz, Koch, Petters, Schmeier (22. Zoll)