Staßfurt (sam). Für Michael Toelk war der erste Platz in der Volleyball-Landesklasse gesetzt. "Das ist unser Ziel", betonte der Trainer des VC 97 Staßfurt vor Saisonbeginn. In der abgelaufenen Serie verpasste seine Mannschaft dieses nämlich nur knapp, es musste dem FC Bode Löderburg den Vortritt lassen. "Wir kannten die Mannschaften und rechneten uns gute Chancen aus, das Ziel nun zu erreichen." Die Staßfurter spielten erneut eine überragende Saison, die am Sonnabend, 12. März, beim Abschlussspieltag in Egeln mit dem Meistertitel gekrönt wurde. "Den hat sich die Mannschaft wirklich verdient. Sie hat sich enorm weiterentwickelt und sie ist in sich geschlossener geworden", freute sich Toelk über diesen Erfolg.

Toelk hatte vor fast einem Jahr, als er mit seinem Team die Vorbereitung bestritt, ein gutes Gefühl. Dies resultierte aus den bisherigen Erfahrungen und der großen Stärke seines Teams - die mannschaftliche Geschlossenheit. "Ein Großteil der Akteure spielt schon seit zwei, drei Jahren zusammen", begründete Toelk, der vor fünf Jahren die B-Jugend des VC 97 übernahm und diese in den vergangenen Jahren zu einer Einheit formte. Es ist vor allem die gute Mischung aus erfahrenen Akteuren wie Andreas Becker oder Jens Ruhnow und jungen, ehrgeizigen Spielern wie Robert Stinner, Lucas Buttgereit oder Christoph Fischer.

Ihr Ligadebüt feierten Stefan Bornemann, Jens Haustein und Christian Meyer, die drei Neuzugänge beim VC 97. "Dass die drei zu uns gekommen sind, hat sich durch Zufall ergeben", berichtete Toelk. Einige seiner Akteure wurden auf das Trio beim "Beachen" am Löderburger See aufmerksam. Daraufhin folgten lockere Gespräche. "Die drei kannte keiner. Sie haben nur in ihrer Freizeit ein bisschen Volleyball gespielt und sporadisch an kleineren Turnieren teilgenommen", wusste Toelk. An das erste Aufeinandertreffen kann er sich noch gut erinnern. Sie überzeugten ihn insbesondere durch ihr Auftreten. "Da geht was", wusste Toelk gleich und fügte schmunzelnd an: "Sie kamen auch nach der vierten Einheit wieder."

In den ersten Einheiten nach der Pause lagen die Schwerpunkte im konditionellen Bereich. Vorrangig wurde also an der Ausdauer gearbeitet. Die musste seine Mannschaft auch haben, denn die Saison war lang und bestand aus acht Doppelspieltagen.

Das Programm zum Heimauftakt hieß Hederslebener SV und SSV Wolferode, die der Gastgeber jeweils mit 3:0 bezwang. An den folgenden beiden Spieltagen hatten die Staßfurter mit mehr Gegenwind zu kämpfen. So wurde die zweite Vertretung der SG Mansfelder Land mit 3:1 und die erste Mannschaft erst im Tie-Break besiegt. Den Absteiger aus der Landesoberliga, Olympia Berga, hatten die Staßfurter im Griff und gewannen mit 3:1. Ungeachtet der Resultate bezeichnete Toelk den Start als holprig. Das lag insbesondere am taktischen Bereich und war der fehlenden Abstimmung untereinander geschuldet. "Die Mannschaft musste sich erst finden."

Die weiße Weste wahrte der VC 97 bis zum vierten Spieltag, dann kamen die Ballenstedter. In einer umkämpften Partie mussten sich die Bodestädter dem SV Fortuna Ballenstedt II mit 2:3 geschlagen geben. Trotz der Niederlage bewahrte der VC 97 die Ruhe und setzte sich im Anschluss gegen GutsMuths Quedlinburg klar mit 3:0 durch. Toelk imponierte das Auftreten. "Das ist ebenfalls eine Stärke des Teams, das es sich nach einer Niederlage nicht hängen lässt."

Die Revanche für die erlittene Niederlage folgte dann Mitte Dezember, als es die Ballenstedter im Rückspiel mit 3:1 besiegte. Für Toelk war diese Partie ein Schlüsselspiel in Bezug auf die angestrebte Meisterschaft. In die Winterpause verabschiedete sich der VC 97 mit vier Punkten Vorsprung zum Tabellenzweiten. Eigentlich wollte Toelk mit seinem Team bereits im Januar "alles klar machen", doch daraus wurde nichts, auch aufgrund der 1:3-Niederlage gegen den Hederslebener SV. Dennoch standen die Vorzeichen gut, galt es doch am letzten Spieltag mit einem Sieg aus einem der beiden Partien gegen die SG Mansfelder Land II und den SV Olympia Berga den Aufstieg perfekt zu machen. Das gelang gleich zum Auftakt mit einem 3:0-Erfolg.

Den Aufstieg feierte der VC 97 in seinem Lieblingsrestaurant, beim Griechen "ATHOS" in Staßfurt. Es wurde viel erzählt, auf die Saison zurückgeschaut und natürlich ausgiebig gefeiert, auch weil Zuspieler Robert Stinner der Mannschaft für eine weitere Saison erhalten bleibt und sich vor allem Haustein sowie Bornemann zu Stammspielern entwickelt haben.

Das Ziel für die kommende Saison in der Landesliga heißt für Toelk Mittelfeldplatz. Dafür wünscht er sich noch Verstärkung auf der Position des Zuspielers, und wir "müssen in den Abläufen schneller werden". Doch bei der Entwicklung der Mannschaft dürften diese Ziele nicht ewig unerreicht bleiben.