Während die Fußballerinnen des FSV Drohndorf/Mehringen mit über zehn Personen einschließlich Trainer und Betreuer eine "breite Bank" hinter sich wussten, saß Breitenhagens Übungsleiter Hans-Joachim Quenstedt mutterseelenallein am Spielfeldrand. Dieses personelle Kräfteverhältnis an der Seitenlinie übertrug sich dann auf das Geschehen auf dem Feld. Der FSV dominierte die Partie, erarbeitete sich gut zwei Dutzend Chancen, versäumte es aber, für die Vorentscheidung zu sorgen. Der erlösende Siegtreffer im Halbfinale des Unions-Pokals fiel dann erst in der Verlängerung. Drohndorf/Mehringen gewann mit 2:1 (1:1, 0:1).

Breitenhagen. "Es war das letzte Aufgebot", gestand Quenstedt, der auf zahlreiche Spielerinnen verzichten musste. Die neun, die er dennoch aufbot, wehrten sich nach Kräften, obwohl die Gäste von Beginn druckvoll ihr Spiel aufzogen, stets den direkten Weg zum Tor suchten. Zwangsläufig häuften sich die Chancen, eine hatte Tina Fessel, aber ihr Versuch wurde abgeblockt. Auch nachdem Larissa Krummhaar nach einem klugen Zuspiel von Silke Schulz vor dem Tor den Ball knapp verfehlte, ließ der FSV nicht nach, schnürte die Gastgeber in ihrer Hälfte ein. Die Angriffsbemühungen waren jedoch erst in der 17. Minute von Erfolg gekrönt. Ein Freistoß von Fessel aus zirka 20 Metern flog an Freund und Feind vorbei ins Tor - 0:1.

Erst danach wurden die Gastgeberinnen mutiger. Durch eine Ecke und einen Freistoß von Vanessa Donath tauchten sie erstmals gefährlich vor dem Gehäuse von FSV-Torhüterin Sandra Küstermann auf. Sie blieb auch nach einem Schuss von Donath von der Strafraumgrenze unbezwungen - Halbzeitstand 0:1.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spielverlauf wenig. Drohndorf/Mehringen startete gleich mit einem Paukenschlag: Nach einem missglückten Abschlag von Breitenhagens Torhüterin Ulrike Heuer nahm die schussgewaltige Schulz den Ball direkt, doch Heuer bügelte ihren Fehler mit einer guten Parade wieder aus.

Heuer sollte auch im weiteren Verlauf im Mittelpunkt stehen, denn der FSV startete nun Angriff auf Angriff, es ergaben sich Chancen im Minutentakt, doch sie blieben allesamt ungenutzt. FSV-Coach Klein und Anhang rauften sich ein ums andere mal die Haare, beispielsweise als Schulz nach einem schönen Doppelpass mit Lisa-Marie Ziegler von der rechten Seite nur den Pfosten traf und der Nachschuss von Fessel um Zentimeter am Tor vorbeistreifte. "Wir haben gut gespielt und uns viele Chancen erarbeitet, sie aber einfach nicht genutzt", sagte Klein, der weiter auf den nächsten Treffer und somit die Vorentscheidung warten musste. Diese fiel trotz weiterer guter Möglichkeiten nicht, die Breitenhagenerinnen sorgten nur gelegentlich für Entlastung über die einsatzfreudige Sophia Krimmling und die technisch starke Donath. Sie war es, die die Nachlässigkeit der Gäste kurz vor dem Ende bestrafte. Nach einer feinen Einzelleistung setzte sich Donath gegen zwei Gegenspielerinnen durch und erzielte das vielumjubelte 1:1 (68.). Kurz danach pfiff der Schiedsrichter ab - Verlängerung.

In dieser hatte erst Schulz die erneute Führung für den FSV auf dem Fuß, bis Krummhaar in der zweiten Halbzeit der Nachspielzeit nach einem hohen Ball aus dem Gewühl heraus den 2:1-Siegtreffer erzielte. "Dafür, dass die Mannschaft erst ein Jahr zusammenspielt, ist das ein riesiger Erfolg", freute sich Klein über den Sieg, den seine Mannschaft schon viel früher hätte sicherstellen müssen, ihn aber dennoch mit einer "Sektdusche" ausgiebig feierte.

Im Finale, das am Freitag, 6. Mai, stattfindet, trifft Drohndorf/Mehringen auf den Schönebecker SV, der den Schönbecker SC mit 2:1 bezwang.

Blau-Weiß Breitenhagen: Heuer - Krimmling, Buszkowiak, Heller, A. Quenstedt, Donath, Sich, List (M. Quenstedt)

FSV Drohndorf/Mehringen: Küstermann - Melswich, Apel, Braun, Hosnedl, Fessel, Krummhaar, Schulz (Ziegler, Harzmann, Herzog, Amlow)