Calbe (fna). Es ist eine schwierige Zeit für den Fußball-Landesligisten 1. FC Aschersleben. Nach sechs Aufstiegen in acht Jahren muss das Team von Trainer Klaus Gebhardt nun ein wirklich schweres Jahr überstehen. Im Training sind nur sieben, acht Spieler, und das oft nur einmal die Woche. "Die Tschechen", sagt Gebhardt, "kommen nur zu den Spielen". Ein gutes Zusammenspiel ist so kaum möglich. Dazu fehlen mit Enrico Hoyer und Toni Borris seit mehreren Wochen zwei wichtige Offensivkräfte verletzungsbedingt, vor kurzem kam Abwehrspezialist Steven Gröper mit Kreuzbandriss hinzu. Die übrigen Akteure - teilweise noch sehr jung - haben keine Erfahrung im Abstiegskampf. Sie verkaufen sich dennoch gut, beispielsweise am Sonnabend bei der TSG Calbe, unterlagen aber mit 0:2 (0:1) und bleiben Letzter der Tabelle.

Der Ligaverbleib ist nun fünf Punkte entfernt. Das Restprogramm hat es in sich. Mit Fortuna Magdeburg, Germania Halberstadt II und Einheit Wernigerode stehen noch drei große Kaliber gegenüber, zudem tritt der FCA gegen Thale und Mechau an. Der Abstieg scheint also unausweichlich. Wie es dann weitergeht, das weiß auch Gebhardt nicht. Womöglich erhält das Team ein anderes Gesicht, ob der Coach weiterhin zur Verfügung steht, ist offen. Nun heißt es, "das Jahr vernünftig zuende zu bringen".

Der ganze Frust, der sich in dieser langen Saison mit dem ständigen Kampf gegen den Abstieg aufbaut, entlädt sich zuweilen in unüberlegten Aktionen. Beispielsweise durch Kapitän Marco Grabowski, der nach Schiedsrichter-Beleidigung gegen Calbe die rote Karte sah. In Unterzahl hatte das Team nichts mehr entgegenzusetzen, musste in der 83. Minute das 2:0 durch Stephan Schulze nach einem Konter hinnehmen. Das war zu diesem Zeitpunkt sicher mehr als ärgerlich.

Denn vor allem nach der Pause setzte der 1. FCA den Gastgeber unter Druck, war mit Lauffreude und klugen Pässen kaum zu halten, weil die TSG zu passiv agierte. "Da hätten wir ein Tor erzielen müssen", haderte Gebhardt mit den vergebenen Möglichkeiten. "Dann wäre das Spiel mit Sicherheit ganz anders verlaufen." Es wäre der 1:1-Ausgleich gewesen, nachdem Sascha Bergholz die Gastgeber in der 20. Minute nach einer Ecke in Führung gebracht hatte.

So aber behielt die TSG die Oberhand. "In der ersten Halbzeit waren wir dominierend", schätzte Trainer René Kausmann ein. "Aber wir haben es verpasst, in dieser Phase das zweite Tor zu machen."

TSG Calbe: Herrmann - Noack, Harms, Strobach, Müller, Th. Schmidt (46. Schulze), Menz (85. Sandau), Bergholz (75. Berner), To. Schmidt, Voigt, Hoffmann

1. FC Aschersleben: Bellstedt - Zir, Semanco, Grabowski, Horacek (46. Lassbeck), Teutloff, Rockmann (67. Röseler), Hartmann (73. Linde), Hranicka, Schmidt, Leus