Die Vorfreude ist Marie Flieger anzusehen. Die Schülerin hatte sich kürzlich in der Wettkampfklasse (Wk) II mit den Volleyballerinnen des Dr.-Frank-Gymnasiums für das Bundesfinale "Jugend trainiert für Olympia" vom 3. bis 7. Mai in Berlin qualifiziert. Heute morgen um kurz nach 8 Uhr geht es dann für die Mannschaft mit Trainer Torsten Multischewski mit dem Zug von Staßfurt in die Bundeshauptstadt.

Staßfurt. Die Schülerinnen werden dann auch die guten Wünsche von Staßfurts Bürgermeister René Zok, der ihnen am Freitag beim Training einen Besuch abstattete und ihnen viel Erfolg wünschte, mit im Gepäck haben. Für Marie wird es die letzte Teilnahme am Bundeswettbewerb sein, denn die 16-Jährige ist im nächsten Jahr zu alt.

Marie kam erst spät zum Volleyball. Sie tauschte vor vier Jahren die Laufschuhe gegen die Turnschuhe ein. Ausschlaggebend für den Wechsel von der Leichtathletik zum Volleyball waren ihre Schulfreunde, die meinten, dass sie doch mal zum Training mitkommen sollte. Marie blieb und fing zunächst in der C-Jugend als "Bankdrückerin" an. "Es war schwer, sich gegen die Erfahreneren durchzusetzen", betonte die nur 1,64 Meter große Zuspielerin. Auf dieser Position fühlt sie sich am wohlsten.

Am Anfang wurde sie von Multischewski auf die Position Außenangriff gestellt. "Das war ganz schön deprimierend", sagte sie, denn dort konnte sich Marie aufgrund ihrer Größe nicht durchsetzen. "Beim Zuspiel kann ich bestimmen, wer angreift, um den Punkt zu erzielen." Es ist eine Position, "auf der ich viel laufen und eine gute Übersicht beweisen muss". Doch oftmals denkt die Güstenerin in entscheidenden Situationen zu viel nach und dann ist es meist zu spät. "Ich müsste noch schneller reagieren", spricht sie ihre größte Schwäche an. Doch bei den Aufschlägen ist sie dann voll in ihrem Element und hebt diese als eine ihre Stärken heraus.

Eine andere ist ihre Teamfähigkeit. "Es macht unheimlich viel Spaß mit der Mannschaft zu spielen." Doch hinter den Erfolgen steckt harte Arbeit, die schon in den kommenden Tagen belohnt werden könnte. Das Ziel ist, nicht Letzter zu werden. "Wir wollen schon unter die zwölf besten Mannschaften kommen." Dafür gilt es zunächst die Vorrunde zu überstehen. Die Staßfurter sind trotz der starken Staffel, in der unter anderem die Sportschule Dresden gegenüber steht, "guter Dinge", dass am Ende eine gute Platzierung erreicht wird.

Neben den Partien bleibt für die Mädchen noch genügend Zeit, um die Stadt zu erkunden. Vielleicht erfüllt sich dann Maries Traum, die von einer Fahrt auf den Fersehturm schwärmt. "Dann könnte ich ganz Berlin von oben sehen." Dazu steht noch ein Musicalbesuch auf dem Plan, entweder Udo Lindenbergs "Hintern Horizont" oder Queens "We Will Rock You". Die Mädchen wollen es also nicht nur sportlich rocken lassen.