Atzendorf (sam). In den vergangenen Wochen gab es für Andreas Ingler gleich mehrere Gründe sich zu freuen. Den ersten am Gründonnerstag, als der Stürmer der ZLG Atzendorf im Nachholspiel der Fußball-Landesklasse gegen den SV Altenweddingen drei Treffer erzielte und seiner Mannschaft zum achten Saisonsieg verhalf (3:1). Den zweiten lieferte ihm sein Lieblingsteam am vergangenen Sonnabend, denn der Bundesligist Borussia Dortmund sicherte sich gegen den 1. FC Nürnberg (2:0) die vorzeitige Meisterschaft. Ein weiteren Grund zum Feiern gäbe es für Ingler schon heute, wenn er mit seinem Team beim bisher stärksten Team der Rückrunde, dem SV Seehausen/Börde, wie in der Hinrunde (1:0) triumphieren würde. Anpfiff ist um 15 Uhr.

Im Hinblick auf die heutige Partie wird Steffen Grohe aus dem Trainergespann mit Bernhard Knoll ganz mulmig zumute, denn die personelle Situation ist mehr als angespannt. So stehen den beiden Übungsleitern gleich vier Stammspieler nicht zur Verfügung. Benjamin Schleysing ist verletzt. "Er ist bei der Arbeit umgeknickt und hat nun einen dicken Knöchel", weiß Grohe. Tobias Sura hat mit einer Erkältung zu kämpfen, die mit Antibotika behandelt wird. Niels Graichen ist arbeitsbedingt verhindert. Zudem steht David Rehbein seit Anfang Mai nicht mehr zur Verfügung, er zog berufsbedingt nach Bayern.

Marcus Brüggemann ist angeschlagen. Bei ihm war in den vergangenen Tagen an ein Training nicht zu denken. Statt auf den Sportplatz führte ihn der Weg in die Physiotherapie, um seine Leistenbeschwerden zu behandeln. "Er wird einsatzfähig sein und in der Stammelf stehen", blickt Grohe voraus. Danny Reuscher wird wohl zunächst auf der Bank platznehmen. Der Stürmer hat sich beim Training am vergangenen Dienstag einen Nerv eingeklemmt, er trainierte am Donnerstag schon wieder mit, aber ein Einsatz ist fraglich.

Trotz der zahlreichen Ausfälle gibt es Lichtblicke. So kehrt Stefan Rock nach überstandener Erkältung ins Team zurück. Er wird wohl die Liberoposition einnehmen. "Wir glauben nicht, dass Stefan 90 Minuten im Mittelfeld durchhalten würde", erklärt Grohe. In der Defensive sollen außerdem Marcel Sündermann und Christian Rock für Ruhe sorgen. Silvio Franzelius übernimmt offensive Aufgaben. "Das hat bereits beim BSV Magdeburg gut funktioniert", weiß Grohe.

An die Begegnungen gegen Seehausen hat Grohe eigentlich nur gute Erinnerungen. Vor zwei Jahren, als beide Teams noch in der Staffel IV aufeinandertrafen, gab es im Hinspiel einen 3:2-Sieg. Damals steuerte Torjäger Steffen Linsdorf zwei Treffer bei. Dieser markierte auch den Siegtreffer im Hinspiel der aktuellen Serie. Das war am 30. Oktober, danach folgte eine lange Durststrecke, die erst am 9. April mit dem 3:0-Sieg über den BSV beendet wurde.

Die Atzendorfer schauen beruhigt auf die Tabelle, denn der Vorsprung zu einem Abstiegsplatz beträgt gegenwärtig zehn Punkte. "Diesen Abstand wollen wir halten. Wir wären angesichts der Situation mit einem Punkt zufrieden", gibt Grohe die Marschroute vor.

Die Aufgabe heute ist keine einfache, das weiß auch Grohe. Der Gastgeber stellt die beste Abwehr der Liga (36:21 Tore) und ist in der Rückrunde noch ungeschlagen. Einen erneuten Sieg der ZLG würde dann nicht nur Andreas Ingler freuen.