Die Atzendorfer bleiben auch nach Niederlagen ruhig. So wie am Sonnabend, als die Landesklasse-Fußballer der ZLG beim SV Seehausen/Börde, dem stärksten Team der Rückrunde, mit 0:3 (0:0) unterlagen. Der Blick auf die Tabelle ruft bei Bernhard Knoll aus dem Trainergespann mit Steffen Grohe noch keine Angstzustände hervor. Die ZLG hat bei noch vier ausstehenden Partien einen Vorsprung von neun Punkten auf die Abstiegszone.

Seehausen. Die Auswärtsniederlage bewertete Knoll als "unglücklich". Zeigten doch seine Schützlinge insbesondere in der ersten Hälfte eine ansprechende Leistung. "Wir haben an die Leistung aus dem Spiel gegen Altenweddingen angeknüpft und eine sehr gute erste Halbzeit abgeliefert", freute sich der Coach.

So ließen seine Schützlinge lediglich eine Chance für den Gastgeber zu, die Keeper Sascha Eisenträger vereitelte. In der Offensive erarbeitete sich die ZLG gute Möglichkeiten und hatte sogar schon die Führung durch Angreifer Danny Reuscher erzielt. Allerdings wurde der Treffer, der aus abseitsverdächtiger Position fiel, nicht gegeben. Die Freude währte also nur kurz. Die Atzendorfer drängten weiter, unter anderem durch Reuscher und Andreas Ingler, nach vorn.

Allerdings hatte der Gastgeber mit Sascha Röber seinen besten Spieler zwischen den Pfosten stehen. "Er hat uns ein bisschen die Suppe versalzen", meinte Knoll. Röber hielt stark und vereitelte insgesamt drei gute Chancen durch die ZLG. Für Knoll zählen sowohl Röber als auch Eisenträger zu den beiden besten Keepern der Liga. Das stellten die beiden in der ersten Hälfte eindrucksvoll unter Beweis, denn auf beiden Seiten stand die Null zur Halbzeitpause. "Es war kein Sommerfußball, sondern es wurde auf beiden Seiten zügig gespielt. Zudem dominierten die Abwehrreihen", konnte Knoll dem 0:0 zu Pause viel Positives abgewinnen.

Die erste Hälfte gefiel und insgeheim hatte sich das Trainergespann schon "einen Punktgewinn ausgerechnet". Das änderte sich allerdings in den zweiten 45 Minuten, als der Gastgeber Nachlässigkeiten sofort bestrafte. Die erste in der 53. Minute, als nach einem Eckball der Ball in den Strafraum gelangte und Maik Mühlenberg das Kopfballduell gegen seinen Gegenspieler verlor. Eisenträger konnte klären, indem er den Ball mit den Fäusten abwehrte. Der Ball prallte vor die Füße von Armin Ferl, der unbedrängt einnetzte. Marcel Sündermann hatte in dieser Situation nicht aufgepasst und Ferl frei zum Schuss kommen lassen. "Dieser Treffer hat uns schon einen kleinen Knacks gegeben", wusste Knoll.

Dennoch war immer noch alles möglich, aber das Manko war an diesem Tag die Abschlussschwäche. Der Gastgeber machte es besser und baute die Führung in der 65. Minute durch einen Treffer von Jens Bühring zum 2:0 aus. Der Ball schlug unhaltbar für Eisenträger in die linke untere Ecke ein. Auch beim dritten Gegentreffer war der Schlussmann der ZLG machtlos, als Kevin Köhne mit einem Sonntagsschuss das 3:0 markierte (75.). Auf der anderen Seite erarbeitete sich die ZLG weiterhin gute Gelegenheiten wie beispielsweise durch Ingler, dessen Kopfball nur um Zentimeter die Querlatte streifte. Sven Wolter, der in der 74. Minute für den glücklos agierenden Sündermann kam, versuchte es ebenfalls mit dem Kopf, aber Röber war für die Atzendorfer an diesem Tag nicht zu überwinden.

Nach dem Abpfiff war den Atzendorfern die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. "Wir schaffen es einfach nicht, zwei gleichwertige Halbzeiten zu spielen", ärgerte sich Knoll insbesondere über die Nachlässigkeiten in Durchgang zwei. Die Fehler bestrafte der Gastgeber sofort. Dennoch sollte seinem Team insbesondere die erste Hälfte für die kommenden Aufgaben Zuversicht geben, denn diese haben es ebenfalls in sich.

Dann hofft Knoll, dass seine angeschlagenen Akteure wie beispielsweise Marcus Brüggemann (Leistenprobleme) und Danny Reucher (eingeklemmter Nerv) wieder fit sind, um die nötigen Punkte zum Klassenerhalt einzufahren. Vielleicht schon am kommenden Sonnabend gegen den SV Eintracht Gommern, der eine bittere 2:5-Niederlage gegen Germania Olvenstedt kassierte. Nur bei einem Sieg könnten Knoll und sein Team mit ruhigem Gewissen auf die Tabelle schauen und den Klassenerhalt feiern.

Seehausen: Röber - Huhn, Schünemann, Köhne, Nicolai, Grumann, Bühring (82. Seidel), Ferl, Ott (85. Wildt), Wischeropp (70. Mottl), Wenzel

Atzendorf: Eisenträger - Rock (76. Knoll), Franzelius, Sündermann (74. Wolter), Mühlenberg, Brüggemann, Ebeling, Ingler, Reuscher (46. Stange), Rock, Voigtländer