Mathias Loose ist ein sicherer Vollstrecker von der Siebenmeterlinie. Das stellte er am Sonnabend unter Beweis, als der Handballer des Verbandsligisten HV Rot-Weiss Staßfurt II sechs von sieben Strafwürfen sicher verwandelte. Loose probierte es mal mit einem frechen Heber, mal knallte er den Ball eiskalt in die Maschen. Doch nicht nur die sehenswerten Treffer des 18-Jährigen ließen das Herz von Trainer Uwe Illig höher schlagen, sondern auch der elfte Saisonsieg gegen den HSV Zerbst. Sein Team setzte sich mit 36:27 (18:14) durch und sicherte sich vorzeitig den Klassenerhalt.

Staßfurt. Die dreiwöchige Spielpause wussten die Staßfurter gut zu nutzen, um sich auf die beiden noch ausstehenden Partien gegen den HSV Zerbst und den SV Steuden (22. Mai) vorzubereiten. "Wir haben in der ersten Woche ein bisschen relaxed, uns danach wieder mehr bewegt und mal den Handball zur Seite gelegt. Stattdessen haben wir Fußball, Basketball und Unihockey gespielt", sagte Illig. Der Spaß kam nach der bisher kräftezehrenden Saison also nicht zu kurz.

Die Rot-Weissen hatten auch am Sonnabend ihren Spaß, obwohl Illig nur mit acht Feldspielern und zwei Torhütern die Partie bestritt. Die Alternativen waren somit begrenzt. Dennoch gelang dem Gastgeber ein glänzender Auftakt. Er setzte sich schnell über die Stationen 1:0 und 5:3 zum 10:5 ab. Auf der anderen Seite mangelte es den Zerbstern an der nötigen Durchschlagskraft, um nicht gleich den Anschluss zu verlieren. Trainer Bodo Benecke reagierte, nahm eine Auszeit, die ihre Wirkung nicht verfehlte. So verkürzten seine Schützlinge den Rückstand zwischenzeitlich auf drei Treffer zum 15:12. Den Staßfurtern machte insbesondere die doppelte Manndeckung gegen Rückraumschütze Thomas Jesse und Regisseur Jan Illig zu schaffen, doch irgendwann hatten sich die Bodestädter darauf eingestellt und retteten eine Vier-Tore-Führung in die Halbzeitpause.

Nach dem Wechsel trumpften die Schützlinge von Illig weiter auf. Sebastian Daudert, den auffälligisten Akteur der Zerbster, bekamen die Staßfurter trotz seiner sieben Treffer gut in den Griff. "Wir haben in der Abwehr eine gute Leistung gezeigt, die Mannschaft hat gut gekämpft", hatte Illig beobachtet. Insbesondere Tino Korin, der sich in der zweiten Hälfte trotz Oberschenkelprellung spielte, wusste in der Abwehr und im Angriff zu überzeugen. Illig sah schöne Kombinationen, vor allem die Anspiele an den Kreis zu Christian Gödde waren vielfach von Erfolg gekrönt. David Tomm glänzte auf Rechtsaußen und erzielte insgesamt sechs Treffer. Die Staßfurter ließen in Hälfte zwei nichts anbrennen und kamen zu einem ungefährdeten Erfolg. Loose war dann bei der letzte Aktion, einem Siebenmeter, noch einmal gefragt. Allerdings wurde dieser vom HSV-Keeper gehalten.

Illig hatte bei allem Positiven auch schwache Momente gesehen. So beispielsweise in den letzten Minuten, als die Fehlerquote im Zuspiel stark anstieg. Der Vorsprung war aber groß genug, so dass die Fehler am Ende nicht mehr ins Gewicht fielen. Nach dem Schlusspfiff überwog dann nicht nur bei Illig, sondern auch bei Loose die Freude über den Sieg und den Klassenerhalt.

Staßfurt II: Rösler/A. Jesse - Stein (1), Th. Jesse (6), Korin (2), Gödde (11), Illig (2), Loose (8), Tomm (6), Panzer

Zerbst: Engerl/Haberland - Daudert (7), Bergholz (1), Maerten, Tiepelmann (5), Hohmann (3), Els (6), Kämpfer, Krümmling, Steffen (3), Lewin (3)

Siebenmeter: Staßfurt II 7/6 - Zerbst 4/3; Zeitstrafen: Staßfurt II 4 - Zerbst 8; Rot: Andreas Stein (Staßfurt II/41.)