Egeln (sam). Die vergangenen Tage verliefen für die Mehrkämpferin Jessica Graf alles andere als ruhig. Die Egelnerin im Dress des SC Magdeburg absolvierte innerhalb von acht Tagen vier Wettkämpfe, stellte dabei eine neue Bestleistung im Kugelstoßen auf und freute sich beim Bahneröffnungssportfest in Schönebeck über Gold im Weitsprung.

Für die B-Jugendliche waren es also nicht nur stressige, sondern vor allem erfolgreiche Tage. Den Auftakt in die Freiluftsaison bestritt das cash´n fun junior Mitglied der Salzlandsparkasse Ende April in Magdeburg. Beim Bahneröffnungssportfest glänzte sie im Hochsprung mit einer übersprungenen Höhe von 1,50 Meter. Jessica zeigte sich mit ihrer Leistung "sehr zufrieden", zumal sie die Höhe in der abgelaufenen Saison nur selten überquerte. Dafür bereiteten der Mehrkämpferin die 110 Meter Hürden einige Probleme. "Ich bin die erste Hürde viel zu langsam angelaufen. Mir hat dann hinten raus die Schnelligkeit gefehlt", analysierte die 16-Jährige. Im Anschluss folgte Kugelstoßen und fast schien es so, als ob sie sich den Frust von der Seele stoßen wollte. Im dritten Versuch wuchtete Jessica die Kugel auf 9,59 Meter und stellte eine neue Bestleistung auf. In dieser Disziplin sieht Jessica noch Reserven. "Ich habe die Kugel flach gestoßen, anstatt sie nach oben wegzustoßen." Dann wären sogar mehr als zehn Meter möglich gewesen.

Einen Tag später, beim Bahn- eröffnungssportfest in Garbsen, hatte Jessica ihren stärksten Konkurrenten ebenfalls schnell ausgemacht. Es war der Gegenwind, der ihr vor allem über die 100 Meter zu schaffen machte. "Der Start war gut, aber hinten raus hat mir die Kraft gefehlt." Im Weitsprung spielt der Faktor Geschwindigkeit ebenfalls eine wichtige Rolle. Jessica lief zu langsam an, steigerte sich aber in ihren drei Versuchen. Im letzten sprang sie auf 5,10 Meter. Als Ziel für die kommenden Wettkämpfe hat sie sich die Marke von 5,50 Meter gesetzt.

Die Kugel und den Speer nahm Jessica am vergangenen Mittwoch beim Abendsportfest des Magdeburger LV in die Hand. Im Kugelstoßen hatte sie eine Weite von 9,22 Meter auf der Anzeige stehen. Allerdings ging nur ein Versuch über die Marke von neun Metern. "Ich muss noch an meiner Konstanz arbeiten." Auch im Speerwerfen, obwohl sie nach ihrem Wurf auf 26,09 Meter einen zufriedenen Eindruck zeigte. In den kommenden Wettkämpfen soll es aber noch weiter gehen - 30 Meter sind das angestrebte Ziel. Jessica kennt ihre Schwäche, die sie bereits in der abgelaufenen Serie begeleitete: "Ich muss an meinem Stemmschritt arbeiten und stehen bleiben, bevor ich werfe."

Diese Schwächen konnte sie auch in Schönebeck nicht abstellen, steigerte sich aber in ihren Versuchen und warf den Speer im letzten auf 25,29 Meter. Diese Weite reichte nur zu Platz drei. Dagegen schaffte es Jessica im Weitsprung mit einer Weite von 5,19 Metern nach ganz oben auf das Podest. Dabei war ihr erster Versuch ihr Goldsprung, denn sie hatte wie die anderen Teilnehmerinnen mit "dem ständig wechselnden Wind" zu kämpfen. Diese Bedingungen verhinderten über die 100 Meter (13,62 Sekunden) und die 200 Meter (28,86 Sekunden) eine bessere Zeit.

Die nächste Möglichkeit, um ihre Ergebnisse zu steigern, hat Jessica bereits am Wochenende, wenn sie ihren ersten Siebenkampf der Saison in Rüningen bestreitet. Es werden also alles andere als ruhige Tage...