Pünktlich um 13.46 Uhr rollte am Sonnabend die Regionalbahn 27681 aus Magdeburg in den Staßfurter Hauptbahnhof ein. Sie hatte unter anderem glückliche Medaillengewinner an Bord, die mit der Sonne um die Wette strahlten. Stephanie Bauermeister, Erik Hädermann, Benjamin Hilprecht, Hannes Kämmer, Isabelle Puchta, Laura Surauf, Julia Wilhelm und Florian Siebold nahmen erfolgreich am Bundesfinale "Jugend trainiert für Olympia" in Berlin teil. Die Badmintonspieler erkämpften sich in der Wettkampfklasse III den zweiten Platz.

Berlin/Staßfurt. Als erstes stieg Betreuerin Heike Lenz aus der Bahn. Die Silbermedaille baumelte um ihren Hals, während Florian den Pokal in seinen Händen hielt. Die Freude war nicht nur den beiden anzusehen.

Es war Florian, der im Finalmatch gegen die Stadtteilschule "Alter Teichweg" Hamburg den einzigen Punkt für die Staßfurter erkämpfte. Bereits in der Vorrunde mussten sich die Bodestädter den Hamburgern mit 1:6 geschlagen geben (Volksstimme berichtete). Den Ehrenpunkt sicherte ebenfalls Florian.

Im Endspiel waren einige Partien heiß umkämpft. So unterlag zunächst das Jungen-Doppel Hannes Kämmer/Florian Siebold mit 11:21 und 17:21. Den ersten Punkt verpassten Isabelle Puchta und Laura Surauf nur knapp, das Duo unterlag Miller/Bömmelburg mit 21:13, 16:21 und 14:21. Im Einzel hatte Hannes gegen seine Konkurrenten beim 13:21 und 13:21 keine Chance. Dagegen punktete Florian, der sein Einzel (21:10, 21:10) siegreich gestaltete. Einen Drei-Satz-Krimi lieferte Isabelle, die am Ende mit 1:2 (18:21, 21:16, 18:21) unterlag. Laura musste ihr Einzel ebenfalls abgeben, sie verlor mit 0:2 (12:21, 16:21). Im Mixed unterlagen Stephanie Bauermeister/Benjamin Hilprecht mit 0:2 (9:21, 10:21).

Auf der Tribüne feuerte nicht nur Lenz ihre Schützlinge an, sondern zum Finale reiste Schulleiter Steffen Schmidt an. Er löste sein Versprechen ein, das er seinen Schülern bei der Abreise gegeben hatte, und freute sich ebenfalls über den zweiten Platz. Während Schmidt nach dem Spiel bereits wieder die Rückreise antrat, wartete auf die Staßfurter am Abend noch die Abschlussveranstaltung inklusive Siegerehrung und anschließender Sportlerdisco in der Max-Schmeling-Halle.

Die Medaillen wurden von den JtfO-Paten, dem Handballweltmeister Christian Schwarzer und der Olympiazweiten im Eischnelllauf Jenny Wolf, überreicht. "Es war eine sehr schöne Abschlussfeier", schwärmte Lenz. Für gelungene Stimmungswechsel sorgten beispielsweise hochkarätige Showacts. So kam Gänsehaut bei Alicia Emmi Berg´s gesungener Nationalhymne sowie Partyfeeling beim Breakdance von "Fette Moves" auf.

Die Staßfurter genossen diesen Abend und feierten dann in den Geburtstag von Erik Hädermann hinein, er wurde 14 Jahre alt. Die Medaille war für ihn also ein besonderes Geburtstagsgeschenk. "Wir haben im Vorfeld nicht mit dem zweiten Platz gerechnet", betonte er, denn die Vorrundengruppe C gehörte zu einer der stärksten. "Das war vielleicht unser Plus", schätzte Lenz ein.

Es war für die Staßfurter der bisher größte Erfolg. "Dieser wird im kommenden Jahr schwer zu toppen sein", blickte Lenz voraus.