Handballer sind Zeichen- sprache gewöhnt. Daher schien es zunächst nicht ungewöhnlich, dass Kerstin Huhnstock am Dienstagnachmittag beim Training vor ihren Schützlingen viel gestikulierte. Das hatte aber noch einen anderen Grund. Der Trainerin der EI-Jugend des HC Salzland 06 hatte es die Stimme verschlagen. "Montagabend fing es im Hals an zu kratzen und ich hoffe, dass es in den nächsten Tagen wieder besser wird", sagt sie auch im Hinblick auf die morgen stattfindende Bestenermittlung in Calbe.

Staßfurt. Ihr Stimme klang auch gestern noch kratzig und angeschlagen. "Mich hat es voll erwischt", sagt sie fast schon ein wenig entschuldigend. Das Abschlusstraining gestern ließ Huhnstock trotz Erkältung nicht ausfallen. Schließlich galt es doch, ihr Team auf das morgige Turnier einzustimmen.

Das tat sie bereits am Dienstag - nicht laustark, sondern leise. Huhnstock arbeitete also viel mit ihrer Mimik und Gestik. Das war insbesondere im Trainingsspiel gegen die D-Jugend des HV Rot-Weiss Staßfurt zu sehen. Sie hielt es nicht lange an der Seitenlinie, sondern fand sich nach wenigen Minuten schon mittendrin im Geschehen. Die Partie wurde unterbrochen, wenn Huhnstock Fehler auffielen und sie diese dann bespielsweise bei Raja Szyszkowitz gleich korrigierte. Die Akzente setzten die Mädchen, die unter anderem durch Joan Voigt oder Lara Lenz zum Torerfolg kamen. Die Jungen hatten dem nicht viel entgegenzusetzen, denn ihr Auftreten wirkte meist lustlos und nicht engagiert genug.

Die Salzländerinnen zeigten dagegen viel Engagement und das nicht nur im Trainingsspiel, sondern schon während der Saison. Ihre Leistungen wurden am Ende mit dem Titelgewinn belohnt. Außerdem qualifizierten sie sich für "die inoffizielle Landesmeisterschaft" (Bestenermittlung) aufgrund ihres ersten Platzes in der Staffel West der Bezirksliga. Dazu kam, dass die Schützlinge von Huhnstock und Betreuerin Silke Appelt in ihrer Staffel ungeschlagen blieben. Den zweiten Titel könnte es also morgen geben. Doch Huhnstock weist die Favoritenbürde weit von sich, denn "wir wissen nicht, wie die anderen Mannschaften aufgestellt sind". Dennoch viel passieren im Turnier, welches im Modus Jeder-gegen-Jeden ausgetragen wird. Die Spielzeit beträgt 1x10 Minuten. Neben dem HCS 06 kämpfen die SpG Bandits Magdeburg/Barleben, die TSG Calbe, die HSG Wolfen, die JspG Elbe/Kühnau, der SV Union Halle-Neustadt sowie der BSV Klostermannsfeld um den Pokal. Die Salzländerinnen treffen gleich in der zweiten Partie auf die favorisierten Hallenserinnen. "Das ist gleich ein schwerer Auftakt", schaut Huhnstock voraus. Dennoch ist der HCS 06 gut augestellt, er holte sich Verstärkung mit Raja, Peggy Grenzer, Soraya Großmann, Leonie Heinrich und Carlin Meyer aus der zweiten Mannschaft.

Ihre große Stärke, die mannschaftliche Geschlossenheit, soll die Salzländerinnen zum zweiten Titel führen. Dann könnte Huhnstock neben ihrem bisher größten Erfolg, der Bezirksmeisterschaft sowie der Vize-Landesmeisterschaft im vergangenen Jahr, noch einen weiteren Erfolg feiern. Ihre Stimme wird dann ebenfalls einiges aushalten müssen.

   

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