Peter Köhler war gestern schon wieder unterwegs. Das Ziel des Trainers des Fußball-Verbandsligisten SV 09 Staßfurtwar der Fußballplatz in Oschersleben. Köhler schaute sich nämlich den Gegner seines Teams für das kommende Wochenende an. Dieser heißt TSV Vöpke, der im Derby beim Oscherslebener SC mit 3:1 (1:0) die Oberhand behielt und sich wertvolle Punkte im Abstiegskampf sicherte. Die Staßfurter mussten am Sonnabend einen Rückschlag hinnehmen, sie unterlagen dem FC Grün-Weiß Wolfen mit 2:4 (1:1) und haben nun nur noch einen Punkt Vorsprung zur Abstiegszone.

Staßfurt. Für die Staßfurter war sogar mehr möglich gewesen. "Die Mannschaft hat ein gutes Spiel gezeigt und hätte eigentlich gewinnen müssen", schätzte Köhler ein. Doch seine Elf offenbarte erneut Schwächen im Abschluss. So erarbeiteten sich die Staßfurter gute Möglichkeiten, um das 3:2 zu erzielen. Stattdessen musste Köhler mit ansehen, wie nicht seine Elf in Führung ging, sondern die Wolfener. Köhler ärgerte sich, denn dieser Treffer durch Christoph Römling in der 81.Minute resultierte erneut aus einem individuellen Fehler. "Daran müssen wir weiter arbeiten, dass wir weniger Fehler als der Gegner machen", sagte Köhler. Ein weiterer führte in der Nachspielzeit zum 2:4. Die Staßfurter investierten wie immer viel, nur am Ende brachte sich das Team wie bereits an den vergangenen Wochenenden, wie zuletzt gegen Magdeburger SV Preussen (4:3), um den verdienten Lohn.

Dabei gab insbesondere die erste Hälfte Hoffnung, als sich der Gastgeber nach einem frühen Rückstand schnell erholte und Denny Piele in der 22. Minute den Ausgleich markierte. Im weiteren Verlauf spielten die Staßfurter weiterhin beherzt auf, verpassten es aber, ihre Möglichkeiten für eine Resultatsverbesserung zu nutzen.

In die zweite Hälfte ging es dann ohne Keeper Tobias Witte, der bei einer Aktion unglücklich am Kopf getroffen wurde. "Er hatte zur Pause eine richtig große Beule. Wir wollten kein Risiko eingehen und haben ihn gleich nach Aschersleben ins Krankenhaus gefahren." Dafür rückte Ersatzkeeper Robert Michalak zwischen die Pfosten, er knüpfte nahtlos an die gute Leistung von Witte an. Er musste allerdings in der 50. Minute zum ersten Mal hinter sich greifen, als Daniel Trettner die Gäste mit 2:1 in Front schoss. Erneut mussten die 09er einem Rückstand hinterherlaufen, erneut zeigte das Team Moral und erzielte in der 62. Minute den Ausgleich. Diesem war ein Foulspiel an Victor-Ramon Roldan-Arias vorausgegangen, er wurde im Strafraum von den Beinen geholt. Felix Jesse trat an und verwandelte sicher zum vielumjubelten Ausgleich.

Ein Punktgewinn schien möglich, doch dann kamen die 81. und 90. Minute, als die Wolfener die individuellen Fehler des Gastgebers eiskalt bestraften und am Ende als Sieger den Platz verließen.

Köhler sah "zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Spielerisch war Wolfen besser, aber wir haben kämpferisch gut dagegen gehalten. Der Knackpunkt war das 2:3".

Nun wartet am kommenden Sonnabend der TSV Völpke. "Für uns ist es das richtig entscheidende Spiel, das wir nicht verlieren dürfen." Daher schaute Köhler gestern ganz genau hin, an welchen Stellen der TSV verwundbar ist.

Staßfurt: Witte (46. Michalak) - Stachowski, Friedrichs, Oehme, Liensdorf, Härtl, Piele, Jesse, Drachenberg (62. Roldan-Arias), Tonn (87. Ponickau), Mähnert

Wolfen: Hahn - Jeckel, Trettner, Gilbricht, Nowoisky, Römling, Westphal, Mittelstädt, Peters, Lochmann (80. Wiesing), Weimann