Staßfurt (sam). Einen Sieg zum Abschied, den wünschte sich nicht nur Nicole Kramer. Die 35-Jährige streifte sich am Sonnabend letztmalig das Trikot des Mitteldeutschen Handball-Oberligisten HC Salzland 06 über. Eine andere, Anja Ziegler nämlich, wird aus beruflichen Gründen nicht mehr für die Wildgänse auflaufen können. Sie saß am Sonnabend auf der Tribüne, während Kramer auf dem Parkett gegen den SV Aufbau Altenburg alles gab, um sich mit einem Sieg aus der Saison zu verabschieden. Es wurde nichts mit dem ersehnten Abschiedsgeschenk, denn die Gäste setzten sich deutlich mit 30:24 (16:14) durch.

Für ordentlich Stimmung war auf den Rängen gesorgt. Die Gäste brachten die Sambagruppe "Como vento", ein soziales integratives Projekt des Vereins, mit. Sie gaben lautstark den Takt vor. Das schien sich dann auf beide Teams zu übertragen, denn die Angriffe wurden rhythmisch und dynamisch vorgetragen. Bei den Gästen führte Ingrida Radzeviciute, die mehrere Jahre erfolgreich beim Bundesligisten HC Leipzig spielte, Regie.

Bei den Salzländerinnen machte sich insbesondere das Fehlen von Rückraumspielerin Anne Pätzold, sie zog sich am vergangenen Spieltag beim HSV Marienberg einen zweifachen Bänderriss zu, bemerkbar. Der Gastgeber tat sich gegen die sehr aggressive 6-0-Deckung der körperlich überlegenen Thüringerinnen über weite Strecken schwer. Die Gäste erzwangen entweder Ballgewinne in der Abwehr oder profitierten von Abspielfehlern des HCS 06.

Dennoch gelang es dem HCS 06 insbesondere durch Rückraumschützin Stephanie Jäger die Partie offen zu halten. Die 22-Jährige stieß immer wieder dynamisch in die Lücken und kam zum Erfolg. Auf Linksaußen hatte Kramer keinen leichten Stand. Sie musste ebenfalls viel einstecken, holte dadurch aber einige Siebenmeter heraus. Trotz der Überlegenheit der Thüringerinnen zeigte der Gastgeber einige sehenswerte Aktionen wie beispielsweise das Anspiel von Silke Ruhe an den Kreis zu Mareike Fiedler, die erfolgreich zum 10:9 abschloss. Erst in den Schlussminuten der ersten Hälfte erarbeiteten sich die Gäste einen Zwei-Tore- Vorsprung, den sie mit in die Pause nahmen.

In der zweiten Hälfte zeigte die Manndeckung des HCS 06 gegen Radzeviciute Wirkung. "Wir haben uns nicht mehr so gut ohne Ball bewegt", hatte Aufbau-Trainer Michael Zita beobachtet. Dennoch baute sein Team den Vorsprung kontinuierlich aus. "Uns haben die Alternativen gefehlt. Wir haben verdient verloren", resümierte ein sichtlich enttäuschter HCS 06-Trainer André Hein.

HCS 06: Schöne - Ruthe (3), Block, Fiedler (1), Kramer (5), Günther (1), Jäger (8), Stein (1), Reinl, Sacher (5)

Altenburg: Keller/Zwarra - Dietrich (3), Friedrich (7), Pfeffer, Holz (7), Große, Radzeviciute (5), Lingk (6), Wippich, Birnstock, Luttkus, Konrad (2)

Siebenmeter: HCS 06 6/5 - Altenburg 8/6; Zeitstrafen: HCS 06 9 - Altenburg 8; Rot: Silke Ruthe (3x2 Minuten/HCS 06/43.)