Eine mehr als 20-jährige Ära ging am Sonnabend zu Ende, die von Volker Wartmann. Der 32-Jährige schnürte ein letztes Mal die Handballschuhe für den HV Rot-Weiss Staßfurt. Er wurde wie Trainer Reiner Baumgart und Keeper Stefan Wiederhold vor der Partie gegen den Mitteldeutschen Oberligisten HSG Wolfen verabschiedet. Baumgart hatte sich etwas besonders für seinen Schützling einfallen lassen, denn das Motto des Tages lautete: "Alles für Volker". Wartmann leistete selbst einen entscheidenden Beitrag, denn er markierte in der Schluss-phase zwei wichtige Treffer und führte die Rot-Weissen zum 27:26 (14:12)-Erfolg.

Staßfurt. Einen schöneren Abschied, als einen Sieg, hätte sich Wartmann also nicht wünschen können. "Es ist prima, dass das alles so geklappt hat", freute er sich über diesen Erfolg. Baumgart zeigte sich ebenfalls begeistert. "Für Volker war es ein super Abschluss." Dieser war es auch für Wiederhold, der mit einer herausragenden Leistung, er parierte unter anderem zwei Siebenmeter, seinen Beitrag leistete.

Wiederhold glänzte bereits zu Beginn, als er den ersten Angriff der Gäste durch Martin Müller parierte. Im Gegenzug brachte Christian Lingk seine Farben mit 1:0 in Führung (2.), die Eike Rach zum 2:0 ausbaute. Danach verlief die Partie bis zum 4:4 recht ausgeglichen. Es folgte eine Phase, in der die Staßfurter ihre Überzahlsituation nicht ausnutzten sowie am stark parierenden HSG-Keeper Steve Müller scheiterten. So blieb beispielsweise Rückraumschütze Sebastian Retting von der Siebenmeterlinie ohne Erfolg. Effektiver von der Linie zeigten sich die Gäste durch Max Naumann. Er traf zunächst zum 5:4 und nur wenige Minuten später zum 8:5.

In der Abwehr, Baumgart hatte sich für eine offensive 6-0 entschieden, offenbarten sich Schwächen. Mal wurde nicht frühzeitig auf den ballführenden Gegenspieler herausgetreten, mal wurde nicht schnell genug zur Angriffsseite verschoben, so dass die Gäste in Überzahl insbesondere durch Anspiele an den Kreis zu Chris Thiele zum Torerfolg kamen. In den letzten zehn Minuten startete der Gastgeber eine fulminante Aufholjagd. Der Auslöser war Lingk, der nach seiner abgesessenen Zeitstrafe auf das Parkett sprintete, sich den Ball erkämpfte und auf Roman Bruchno passte. Dieser verkürzte zum 8:10. Es war zudem die Phase, in der sich die Staßfurter die Bälle in der Deckung erkämpften, erfolgreich Konter liefen und mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Pause gingen.

Diesen bauten die Staßfurter gleich zu Beginn der zweiten Hälfte auf fünf Tore zum 18:13 aus. Im weiteren Verlauf mussten sie wohl dem hohen Anfangstempo Tribut zollen, denn die Wolfener kämpften sich wieder auf zwei Treffer zum 23:21 heran. "Die letzten zehn Minuten waren eine Kraftfrage, weil wir zu wenige Wechselmöglichkeiten hatten", wusste Baumgart. Aber getreu dem Motto des Tages schienen einige ihre letzten Kraftreserven zu mobilisieren, um den Sieg nicht in Gefahr zu bringen. So war es Wartmann selbst, der zunächst zum 24:22 (54.) und dann zum 26:24 (57.) traf. Als es sieben Sekunden vor dem Abpfiff 27:26 stand, kam Wolfen noch einmal in Ballbesitz, konnte daraus aber kein Kapital mehr schlagen.

Die Staßfurter schlossen die Saison durch diesen Erfolg auf einem beachtlichen sechsten Tabellenplatz ab. Das freute dann nicht nur Baumgart, sondern auch Stefan Wiederhold und Volker Wartmann, die mit ihren Familien und den Fans feierten.

Staßfurt: Wiederhold/Stops - Lingk (6), Richter, Wartmann (2), Ortmann, Bruchno (3), Retting (5), Jacobi, Ernst, Rach (5), Hähnel (2), Scholz (4)

Wolfen: Schöneboom/St. Müller - Naumann (10), Lindner, Hein (3), Schulze, Spitz, M. Müller (4) Luther (2), Thiele (2), J. Bernhardt (5), N. Bernhardt

Siebenmeter: Staßfurt 5/3 - Wolfen 9/6; Zeitstrafen: Staßfurt 4 - Wolfen 8

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