Der Ball flog scheinbar ewig durch die Luft, bevor er bei David Tomm am gegnerischen Kreis ankam. Der verwertete den Pass von Keeper Andreas Jesse zur 27:17-Führung für den HV Rot-Weiss Staßfurt II, beide Protagonisten rissen zum Jubeln die Arme nach oben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Partie gegen den SV Steuden entschieden. Durch den 30:22 (18:12)-Sieg kletterte der Gastgeber sogar noch auf Rang sieben in der Handball-Verbandsliga Süd.

Staßfurt. Sogar im Fallen hatte Christian Gödde die Körperbeherrschung, um mit einem gefühlvollen Heber den Treffer zum 24:16 (40.) zu erzielen. Das geschah in einer Phase, als Staßfurt richtig im Spiel war, sich über viele Ballgewinne einen Vorsprung erarbeitet hatte und bis auf die wenigen Konzentrationspausen, die Trainer Uwe Illig beobachtet hat, ein starkes Spiel zeigte. "Wir mussten nochmal richtig kämpfen", sagte der Coach. Schließlich präsentierte sich Steuden als relativ unangenehmes Team, fiel mehr durch Nickligkeiten und versteckte Fouls auf als durch technisch guten Handball.

Darauf musste sich der HVS erst einstellen. In den ersten Minuten kassierten die Gastgeber gelbe Karten und zwei Zeitstrafen gegen Thomas Jesse. Die Gäste nutzten das und gingen mit 3:1 in Front. "Als wir wieder vollzählig waren, ging es in der Abwehr geordneter zu." Das Team verschob in der 6-0 gut zur Ballseite, agierte aggressiv und offenbarte nur selten Lücken. Tino Korin und Christian Gödde haben im Innenblock "eine super Abwehr gespielt". Mit einem starken Andreas Jesse zwischen den Pfosten, der in der zweiten Hälfte zwölf Würfe hielt, baute es seinen Vorsprung kontinuierlich aus.

In der Offensive führte Korin klug Regie. Nach dem Ausfall von Stefan Jedlitschka kurz vor der Pause (dritte Zeitstrafe) übernahm er Verantwortung, schloss selbst ab oder setzte seine Mitspieler in Szene. Auch als es zum Ende noch einmal hektisch wurde und Illig die Gemüter in einer Auszeit beruhigte, brannte nichts mehr an. Der HVS feierte seinen sechsten Sieg im siebten Spiel. "Das war eine super Rückrunde", lobte schließlich der Trainer.

HV Staßfurt II: Rösler, A. Jesse - Stein (5), T. Jesse, Korin (4), Gödde (8), J. Illig (2), Loose (7), Tomm (6), Spadt (1), Jedlitschka (1)

SV Steuden: Galetzki, Lauterbach - Voigt (7), Hampe (1), Marggraf (4), Gatzke (4), Sawall (2), Pietruschka (2), Miehlke, Hesselbarth, Bornschan, Lange (2)

Siebenmeter: Staßfurt 7/5 - Steuden 5/4; Zeitstrafen: Staßfurt 9 - Steuden 11; Rot: Stefan Jedlitschka (3x2 Minuten, 27:00) -Staßfurt-; Michael Hampe (3x2 Minuten, 53:00) -Steuden-