Staßfurt/Münster (sam). Paula Elze konnte ihr Glück kaum fassen. Sie hatte sich vor wenigen Wochen zusammen mit den U20-Volleyballerinnen des VC 97 Staßfurt für die heute beginnenden Deutschen Meisterschaften in Münster (Nordrhein-Westfalen) qualifiziert. Bis morgen kämpfen 16 Teams um den Titel. Mittendrin Paula, die das Wochenende besonders genießen wird, denn für die 18-Jährige werden es die letzten Auftritte in der Altersklasse sein. Danach wird die Staßfurterin nur noch für die erste Mannschaft in der Landesoberliga aufschlagen.

Paula gehört neben Luisa Glootz zu den Ältesten im Team von Trainer Torsten Multischewski. Zudem wird sie ihre Mannschaft heute und morgen als Kapitän aufs Feld führen und dann mit Sicherheit zur Höchstleistung treiben. Im kleinen Energiebündel, sie misst 1,72 Meter, steckt nämlich mächtig Power. Die Angreiferin kann auf dem Feld schon einmal richtig laut werden. Besonders dann, "wenn ich sehe, dass nicht alle kämpfen. Dann platzt mir irgendwann der Kragen". Sie weiß also, ihr Team zu motivieren.

Das tat sie bereits bei der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft Mitte April in Berlin. An diesem Tag lagen Glück und Leid dicht beiein-ander. "Mit tat es für die Angermünder leid, dass sie nicht weiterspielen konnten." Im Halbfinale wären beide Teams nämlich aufeinander getroffen, doch dazu kam es nicht. Im letzten Gruppenspiel, es war der zweite Satz, verletzte sich eine Spielerin aus Angermünde schwer, sie konnte nicht mehr antreten. Weil sie nur zu Sechst angereist waren, war das Turnier vorbei. Der VC 97 stand im Finale und hatte das Ticket für Münster somit in der Tasche.

Für Paula, die mit sechs Jahren mit dem Volleyball begann, ist es bereits die zweite Teilnahme bei einer Deutschen Meisterschaft. Sie sicherte sich vor sechs Jahren mit der D-Jugend des VC 97 ebenfalls das Ticket für das Turnier in Bad Laer. Der SV Bad Laer ist heute der Auftaktgegner der Bodestädterinnen. Die Vorrunde hat es für den VC 97 in sich. In dieser trifft er auf attraktive Gegner wie den VfB Stuttgart und die Roten Raben aus Vilsbiburg. "Wir wollen uns gut verkaufen und Spaß haben", gibt Paula die Ziele vor.

Vielleicht gelingt dem Team am Ende sogar eine Überraschung, die dann nicht nur Paula, sondern auch Staßfurts Bürgermeister René Zok freuen würde. Er verabschiedete die Mannschaft vor wenigen Wochen und gab ihr viele gute Wünsche mit auf dem Weg. Zudem überreichte er den Spielerinnen ein paar Präsente für die gegnerischen Teams.

Bereits gestern ging es für die Bodestädterinnen in die knapp 400 Kilometer entfernte Universitätsstadt, um sich auf die Wettkämpfe vorzubereiten.