Es war eine lange Ehe, die Stürmer Matthias Härtl mit dem SV 09 Staßfurt führte. Die Silberhochzeit hätte im kommenden Jahr angestanden. Aus den Feierlichkeiten wird nun nichts mehr, denn der 29-jährige Fußballer und der Verein gehen nach dieser Saison getrennte Wege. Härtl verkündete bereits seinen Wechsel zum Ligakonkurrenten TV Askania Bernburg (Volksstimme berichtete). Beide Vereine trafen am Sonnabend - es war der vorletzte Spieltag in der Verbandsliga - aufeinander. Allerdings blieb dem Torjäger bei der 0:3 (0:2)-Niederlage ein Geschenk zum Abschied verwehrt.

Staßfurt. Ein letztes Mal schallte also am Sonnabendnachmittag sein Name bei der Verkündung der Mannschaftsaufstellung des SV 09 durch die Lautsprecheranlage im Stadion der Einheit in Staßfurt. Für Härtl waren es zudem die letzten 90 Minuten im Trikot des SV 09. "Ich bin am letzten Spieltag privat verhindert", erklärte er. Er wurde mit Toni Mutschler - ihn zieht es studiumsbedingt nach New York - vor der Partie vom Vorstand verabschiedet.

Härtl hatte sich seinen Abschied ganz anders vorgestellt. Er strebte einen Sieg und den Klassenerhalt zum Abschluss an. "Ich bin mit dem Gefühl in die Partie gegangen, dass ich diese auch gewinnen will." Beide Vorhaben glückten am Ende nicht, weil "wir mehr auf Ballhalten gespielt haben, als in die Spitzen" und unter anderem Härtl dadurch keine Möglichkeit erhielt, einen Torschuss abzugeben. "Ich hatte nicht eine", bemängelte er. In dieser Saison avancierte er sowieso "mehr zum Vorbereiter als zum Vollstrecker". Das spiegelte sich in der Torstatistik wider. In dieser Saison erzielte er neun Treffer, zuvor war es meist die doppelte oder dreifache Anzahl. Diese hätten vielleicht zum Klassenerhalt gereicht, den der SV 09 aufgrund der Niederlage verspielte.

Anders als der SV 09 bleibt also Härtl der Verbandsliga erhalten. Seine Qualitäten sind nun in Bernburg gefragt. Dort freut man sich schon auf den Neuzugang. "Er ist ein sehr guter Typ. Er kämpft und gehört in der Liga zu den kopfball-stärksten Spielern, so einer hat uns gefehlt", sagte Henry Schachner, der Trainer Heiko Böhler an der Seitenlinie vertrat. Zudem lockte Härtl eine neue sportliche Herausforderung, bei der sein großer Traum, "einmal Oberliga zu spielen", vielleicht in naher Zukunft in Erfüllung gehen könnte.

Die Zeit in Staßfurt will und kann Härtl nicht vergessen, denn "mein Herz schlägt weiterhin für den Verein", sagte er und klopfte sich mit den Handflächen auf die Brust.