Förderstedt/Letzlingen l Nein, Druck aufzubauen ist in der aktuellen Lage des SV Förderstedt (15.)wahrlich nicht hilfreich. Und doch betont Trainer Enrico Tietzel vor der morgigen Partie (Anpfiff: 13 Uhr) gegen den Neunten der Fußball-Landesliga, FSV Heide Letzlingen, dass „wir zuhause die drei Punkte holen müssen“. Sonst läuft das Team im Rennen um den Klassenerhalt immer mehr hinterher. Die Chance, die Zähler einzufahren, steht gut. Denn mit den Altmärkern ist die viertschlechteste Auswärtsmannschaft zu Gast, Bei einem Sieg aus sechs Partien hat das Team erst drei Zähler auf dem Konto (Förderstedt: 7) und außerdem nur sechs Treffer erzielt. Zudem ist es mit Krevese und Uchtspringe das offensivschwächste Team in der Fremde. Letzlingen konzentriert sich auswärts also auf die Defensive, versucht, über Konter zum Erfolg zu kommen. „Genau da sind wir aber anfällig“, weiß der SVF-Coach aus der Vergangenheit. Allerdings bleibt seinem Team nichts anderes übrig, als das Spiel zu gestalten und zu versuchen, ein frühes Tor zu erzielen. Das würde die Rollen nämlich sofort vertauschen und den Gastgebern entgegenkommen. „Wir müssen etwas machen. Wir brauchen die drei Punkte.“

Schwache Chancenverwertung

Dafür muss Förderstedt aber auch über seinen Schatten springen, schließlich ist der SVF das schlechteste Heimteam der Liga. Zwar wird die Statistik durch den Sportgerichtsentscheid gegen den 3:2-Sieg über Halberstadt II etwas ins Negative gerückt, doch über die Situation hinwegtäuschen kann dies nicht. Vor allem die mangelnde Chancenverwertung war beispielsweise gegen Stahl Thale ein großes Problem. Helfen soll nun die Siegermentalität aus der Partie gegen Germania II. „Da haben wir uns keinen Druck gemacht, waren nicht der Favorit und haben einfach gespielt“, erinnert sich Tietzel. „Das ist eine reine Kopfsache. Mit vermeintlich schweren Gegnern tun wir uns leichter. Wenn wir das Spiel machen müssen, wir es schwer, da wir oft ausgekontert wurden.“

Schnelles Tor

Das heißt: Druck erzeugen und ein schnelles Tor erzwingen, dabei aber die Absicherung nach hinten nicht vernachlässigen, um die Innenverteidiger um Michael Buschke nicht allein zu lassen. Das bedeutet eine Menge Laufarbeit. Die Voraussetzungen dafür sind nicht optimal, da bei den Trainingseinheiten „eine unbefriedigende Anzahl an Spielern vor Ort war“. Zudem wird die Personaldecke immer kleiner, wenngleich Devis Drici zurückkehrt. Mit Sebastian Petrat (Knöchel) fällt eine weitere Alternative aus. Doch Tietzel bleibt zuversichtlich. „Wir werden eine schlagkräftige Truppe stellen. Wichtig ist nur, dass die Mannschaft brennt.“ Für das Tor, für den Sieg, für den Verein. Beim FSV Heide Letzlingen ist die Stimmung trotz der Niederlagen in Ilsenburg (1:4) und gegen Schönebeck (1:3) nicht getrübt. „Wir liegen immer noch im Soll. Niederlagen sind da schon einkalkuliert. Wir haben ja nie behauptet, dass wir oben mitspielen wollen“, erklärt Andreas Lenz, der Vorsitzende, der mit dem bisherigen Saisonverlauf immer noch sehr zufrieden ist. Mit 16 Punkten hat die Mannschaft von Trainer Thilo Stimbra bisher nichts mit dem Abstiegskampf zu tun. Beim SVF wollen die Altmärker aber etwas Zählbares einfahren. „Für uns wäre es sehr wichtig, nicht zu verlieren, um unser Polster zumindest zu wahren“, sagt Lenz. Acht Zähler liegen die Letzlinger vor dem Gastgeber. Dieser Vorsprung soll nach der Begegnung zumindest noch Bestand haben. Dafür wollen die Letzlinger mit Kampf, Wille und Einsatzbereitschaft glänzen. Personell kann das Team aus dem Vollen schöpfen. 

Es fehlen: Marco Janich, Marcus Janich (beide langzeitverletzt), Maik Teutloff (Rotsperre) – keiner; SR: Nick Kahlert (Olympia Schlanstedt), Saison 2015/16: 2:3, 2:1