Die Hochwasseropfer sind nicht vergessen. Besonders bei den Sportlern herrscht eine große Hilfsbereitschaft. Eine Super-Aktion hat dabei der SV Lok Jerichow ins Leben gerufen.

Jerichow l Als im vergangenen Jahr nach dem Hochwasser wieder Ruhe und auch halbwegs Normalität in Jerichow eingekehrt war, wollte der SV Lok Jerichow einen vom Hochwasser betroffenen Sportverein unterstützen. Naheliegend war der SV Empor Kamern.

"Durch Zeitungsberichte erfuhren wir, dass der Sportplatz einen Meter hoch unter Wasser stand und vieles andere mehr arg in Mitleidenschaft gezogen wurde", sagte Steffi Sens, Schatzmeisterin von Lok Jerichow.

Kurz entschlossen wurden die Fußball-Vorbereitungsspiele der Männermannschaft zur neuen Saison in Benefizspiele umgemünzt. Die Mannschaften von Borussia Genthin und Grün-Weiß Staffelde waren sofort davon begeistert und machten mit. An zwei Wochenenden wurde dann bei brütender Hitze Fußball gespielt. Das Eintrittsgeld wanderte in das Spendenschwein.

Der eine oder andere Sportler oder Zuschauer packte noch ein paar Euro drauf. Alle Schieds- und Linienrichter spendeten ihre Gage für den guten Zweck. Die Fußballfrauen backten Kuchen und es wurde gegrillt. Auch diese Erlöse wurden zur Spende gelegt. Zwei Gewerbetreibende aus Jerichow zahlten zusätzlich für jedes geschossene Tor zehn Euro. Die Kosten für den Wareneinsatz übernahm der Jerichower Verein. So kam bei beiden Spielen ein Erlös von 938,32 Euro zusammen. Die Partien endeten 1:6 und 2:4, jeweils für die Gäste. Aber das spielte eine untergeordnete Rolle.

Da es im Sommer schwierig war, das Geld zu übergeben, entschieden sich die Mannschaften in der kälteren Jahreszeit ein Hallenturnier zu veranstalten.

Am Sonnabend war es dann soweit. Eingeladen waren die Vertretungen aus Genthin und Staffelde. Jerichow spielte mit zwei Mannschaften und selbstverständlich war auch Kamern mit dabei.

Im Rahmen des Hallenturnieres wurde dann der Scheck an den SV Empor Kamern übergeben. Alle Beteiligten freuten sich über den Erfolg dieser Aktion.

Der Sportverein in Kamern ist glücklich über jeden Euro, denn der Sportplatz im Ort ist durch das Hochwasser immer noch nicht bespielbar.