Im Halbfinale des Fußball-Altmarkpokalwettbewerbes hat Germania Tangerhütte am Sonnabend auf eigenem Platz gegen den SSV Havelwinkel Warnau 3:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung gewonnen.

Tangerhütte l Nach dieser Partie saß Warnau Trainer Heino Kühne noch fassungslos auf seiner Trainerbank. Er konnte nicht begreifen, was er gerade gesehen hatte.

Seine Mannschaft führte bis in die Verlängerung der regulären Spielzeit 1:0 und stand schon mit eineinhalb Beinen im Finale. Und dann das.

Bereits am 15. März hatte Tangerhütte, auch auf eigenem Platz, den SSV Havelwinkel Warnau im Punktspiel 3:0 bezwungen. "Das war das schlechteste Landesklassenspiel, was ich je miterlebt haben", sagte Heino Kühne noch vor dem Anpfiff.

"Bewegt euch hinten raus."

Am Ostersonnabend hieß es jetzt 3:1 für Germania, aber es war ein völlig anderes Spiel.

Unter den Augen von Werner Meinschien, Präsident des Fußball-Kreisfachverbandes (KFV) Altmark-Ost, begannen die Gäste überaus schwungvoll. Zwar hatte Tangerhütte per Freistoß durch Jörn Schumacher die erste Möglichkeit, doch danach war Warnau tonangebend und erspielte sich Möglichkeiten zur Führung. Nach 15 Minuten lag der Ball erstmals im Tangerhütter Tor, doch Kevin Beyer stand zuvor im Abseits. "Bewegt euch hinten raus", schrie Tangerhüttes Trainer Peter Borstel seine Mannschaft immer wieder an. Er wollte nicht, dass sein Team in Rückstand geriet.

Keven Brömme hatte dann aber die nächste Warnauer Chance, die aber auch nichts einbrachte (25.). Kurz darauf strich das Leder nach einem Kopfball von Johannes Pfüller knapp am Tangerhütter Kasten vorbei.

Der SSV gewann weiter Oberwasser und hatte durch Beyer (Kopfball, 32.) eine weitere Möglichkeit. Schließlich klärten noch Torwart Konrad Buschendorf und Sören Buchholz, der überall auf dem Platz zu finden war, gegen den durchgebrochenen Michael Schultz.

Das 0:1 lag in der Luft, und fiel auch. René Gerngroß setzte sich mit Vehemenz auf der rechten Seite durch. Seine scharfe Eingabe lenkte Schumacher ins eigene Netz.

Warnau führte völlig verdient 1:0 und hätte diese Führung auch fast über die Zeit gerettet, aber nur fast. Nach einer unübersichtlichen Aktion traf auch Warnaus Pfüller ins eigene Netz. Das zweite Eigentor in dieser Partie.

Es ging in die Verlängerung. Der erste Schock für die Gäste war schon schlimm, aber es kam noch dicker.

Fünf Minuten vor Ultimo schoss Chris Rosentreter auf das Tor der Gäste. Der Ball ging vom Innenpfosten über die Linie. Der Einwechselspieler hatte die Gastgeber 2:1 in Führung geschossen. Per Konter band Daniel Rapczinski zwei Minuten vor dem endgültigen Abpfiff den Sack für Tangerhütte zu.

Bei den Gästen herrschte danach blankes Entsetzten. Zum Einzug in das Finale um den Altmarkpokal fehlten in der regulären Spielzeit nur einige Sekunden. Den Tangerhüttern war das egal, sie feierten den Sprung ins Endspiel ausgiebig.

Torfolge: 0:1 Eigentor Schumacher (39.), 1:1 Eigentor Pfüller (90.+1), 2:1 Chris Rosentreter (115.), 3:1 Daniel Rapczinski (118.).

Schiedsrichter: Ralf Lorenzat (Genthin)

Zuschauer: 272.

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