Stuhlschiedsrichter zu den Endspielen, Live-Ergebnisse per Videotafel, dazu zehn Platzhelfer, die für beste Bedingungen auf der roten Asche sorgten: Beim 4. Sachsen-Anhalt Junior-Open fühlten sich die 76 Nachwuchs-Cracks wie kleine Stars.

Osterburg/Stendal l Neben den 51 Spielern aus Sachsen-Anhalt hatten sich weitere 25 Nachwuchscracks aus den Tennisverbänden Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen und Westfalen in die Starterliste der Altersklassen (AK) U 10 bis U 18 eingetragen und nahmen dafür teils weite Anreisen in Kauf. Der 17-jährige Alexander Gebl aus dem rund 700 Kilometer entfernten Renningen (Baden-Württemberg) ist zum Beispiel Dauergast bei den Junior-Open.

Veranstalter TV Osterburg konnte dabei auf die Mithilfe von Einheit Stendal bauen, derseine Platzkapazitäten am ersten Tag zur Verfügung stellte.

Nach 131 Matches, das letzte Spiel endete am Sonntag um 20:45 Uhr, standen Sieger und Platzierte fest. Bereits am Sonnabend nahm mit Mia Sophie Müller (Fallersleben) die erste Spielerin den Siegerpokal entgegen. In der AK U 10 weiblich setzte sich die Niedersächsin im entscheidenden Spiel gegen Jill Wrobel (Einheit Stendal) durch. Letztere lieferte der Fallersleberin im zweiten Satz einen harten Kampf. Wrobel hatte sogar Satzball, unterlag am Ende aber 0:6, 6:7.

In der männlichen Konkurrenz der U 10 richteten sich die Blicke aus altmärkischer Sicht auf Jonas Fritze (TC Stendal), der im Vorfeld mit einer Fiebererkrankung zu kämpfen hatte. Im Viertelfinale hielt der Linkshänder dem Druck des Biederitzers Jonas Hesse stand und gewann 7:6, 6:1. Im Halbfinale kam gegen den späteren Turniersieger Dominik Brix (Neuenhagen) das Aus. Fritze wurde Dritter.

Altmark-Festspiele in der U 12

Altmärkische Tennis-Festspiele lieferten die U 12-Juniorinnen, die im Modus "Jeder gegen Jeden" den Sieger ermittelten. Dort erreichte mit zwei Siegen und zwei Niederlagen die Tangerhütterin Lizzy Bethge Platz drei. Ungeschlagen bis zum entscheidenden Spiel um den Titel blieben Amy Marscheider (1.TC Magdeburg) und Lokalmatadorin Lena Schneider. Die Neuauflage des Landesmeisterschafts-Finales war nichts für schwache Nerven.

Durch ihren klugen Mix aus hohen, kurzen oder auch Winkelbällen störte Schneider die leicht favorisierte Marscheider entscheidend, bot beim 7:6, 6:4-Sieg eine taktische Meisterleistung. "Ich bin überglücklich das meine Taktik aufgegangen ist", resümierte sie.

In bestechender Form präsentierte sich Tom Teichert (Einheit Stendal) im Feld der U 14 männlich. Nach lockerem Auftaktsieg gegen Kristof Geppert (Krosigk) musste er sich im Viertelfinale mächtig strecken, um Nino Raffaeli (Neuenhagen) in die Knie zu zwingen. Nach 1:1 in den Sätzen gab der Gegner, von der Hitze gezeichnet, entkräftet auf. Den Finaltraum verwirklichte Teichert gegen den an Nummer zwei gesetzten Philipp Krömer (Biederitz). Bei Hitze lieferten sich beide Akteure einen heißen Kampf, den der Stendaler zweimal mit 6:4 gewann. Mitreißend verlief das Finale gegen Jonas Körner (Wusterhausen). Nach engen Spielen gelang dem Einheit-Akteur beim Stand von 5:4 das entscheidende Break zum 6:4-Satzgewinn.

Duplizität der Ereignisse im zweiten Durchgang: Nach 5:4-Fühung und 30:0 war der 13-Jährige bei eigenem Service nur zwei Punkte vom Titelgewinn entfernt. Doch Körner spielte in der entscheidenden Phase groß auf, sorgte mit einem 7:6 für den Satzausgleich. Teichert verließen im Entscheidungssatz etwas die Kräfte, er unterlag 6:4, 6:7, 2:6.

Hohes Niveau in der Altersklasse U 18

Hohes spielerisches Niveau gab es bei den ältesten Turnier-Teilnehmern in der AK U 18. Bei den Jungen gingen gleich vier TVO-Spieler an den Start, von denen sich mit Robert Lemke, Patrick Schneider und Tobias Handel drei Akteure im Achtelfinale durchsetzten. Der große Wurf, das Erreichen des Halbfinales, blieb jedoch allen TVO-Akteuren verwehrt, wobei sich vor allem Lemke beim 3:6, 0:6 gegen Max Breuer (Biederitzer TC) unter Wert verkaufte.

Bei den U 18-Mädchen verliefen alle Viertelfinal-Partien mit altmärkischer Beteiligung. Letztlich gelang aber nur Valerie Küssner (TV Osterburg) und Madlen Lüdtke (TC Stendal) der Halbfinaleinzug. Küssner setzte sich in zwei harten Sätzen gegen Elisa Labahn (Neuenhagener TC, 6:2, 6:4) durch, während Lüdtke deutlich mit 6:1,6:0 über Celina Wiens (Blankenburg) triumphierte. Dass Lüdtke der heißeste Anwärter auf den Titel ist, stellte die Stendalerin besonders in ihrem Halbfinale eindrucksvoll unter Beweis. In weniger als einer Stunde schlug sie die zuvor stark aufspielende Lorraine Ließmann (Salzgitter) 6:1, 6:0. Im zweiten Halbfinale bot Küssner der favorisierten Neubrandenburgerin Juliane Voigt einen Kampf auf Biegen und Brechen, musste sich am Ende 2:6, 6:7 geschlagen geben.

Im Endspiel vermuteten viele einen engen Ausgang. Aber weit gefehlt: Madlen Lüdtke spielte grandios auf, ließ ihrer Widersacherin beim 6:3, 6:0 nicht den Hauch einer Chance. "Das waren heute genau meine Bedingungen. Ich spiele gerne, wenn die Temperaturen sehr hoch sind", strahlte Lüdtke nach ihrem Triumph. Zu ihren Zukunftsplänen befragt, gab die 17-Jährige, die vom Ostliga-Team des 1. TC Magdeburg umworben wird, zu Protokoll: "Gemeinsam mit Lisa Albrecht möchte ich den Mannschafts-Landesmeistertitel in der U 18 weiblich holen, danach werde ich mich mit der nächsten Saison beschäftigen."

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